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Volles Format, halbvoller Preis: Sony α850

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Sony Alpha 850, hier mit dem optionalen Funktionshandgriff VG-C90AM

(Bild: Sony)

Die digitale Spiegelreflexkamera α850 von Sony soll Foto-Enthusiasten einen attraktiven Einstieg in die Vollformat-Fotografie ermöglichen. Sie bietet zu einem Preis von 1999 Euro (nur Body) den gleichen 24,6-Megapixel-Sensor, die gleiche Bedienung sowie nahezu alle Features des Topmodells α900 – die im Handel inzwischen aber auch schon mal für 2050 Euro zu haben ist (UVP: 2800 Euro).

Die hochauflösenden Bilddaten des Shift-stabilisierten Vollformatsensors werden laut Sony durch eine zweistufige Rauschminderung optimiert, die vor und nach der A/D-Wandlung (12 Bit pro Farbkanal) vorgenommen wird. Die erste Stufe der Rauschreduzierung findet schon auf der analogen Seite statt, wenn das Licht auf den Exmor-CMOS-Sensor trifft und in elektrische Signale gewandelt wird. Die zwei BIONZ-Prozessoren sind dafür ausgelegt, große Datenmengen schnell zu verarbeiten und optimieren in der zweiten Stufe die digitalisierten Daten während der Bildverarbeitung, was eine Empfindlichkeit von ISO 6400 ermöglicht. Einen Live-View- oder gar Video-Betriebsart kennt der Sensor aber (immer noch) nicht.

Die α850 verfügt über neun AF-Sensoren, inklusive eines zentralen Doppelkreuzsensors. Zehn AF-Hilfssensoren sollen die Scharfeinstellung bei Verwendung des großen Fokusfeldes präzisieren, das Finden des Schärfepunktes beschleunigen und insgesamt die Fokussierungszeit des AF-Systems verkürzen. Ein zentraler AF-Sensor verbessert die Fokussierung mit lichtstarken Objektiven (Blendenöffnungen ab F2,8). Über die Funktion AF-Feinanpassung können Korrekturwerte verschiedener Objektiven eingestellt und gespeichert werden.

Das Pentaprisma des Suchers zeigt laut Sony ein besonders helles und klares Bild bei minimierter optischer Verzeichnung und einer Bildfeldabdeckung von 98 Prozent. Wie die α900 dient ein 3"-Display (7,6 cm) mit VGA-Auflösung (921.000 Subpixel) zur Bildkontrolle. Ein zweites, hintergrundbeleuchtetes Display auf der Kameraoberseite informiert auch bei ausgeschaltetem Hauptmonitor über die wichtigsten Aufnahmeparameter.

Vom Sucher-Bildfeld (100 Prozent bei der α900) abgesehen scheint uns der einzige relevante Unterschied zur α900 in der langsameren Serienbildverarbeitung zu liegen; während die α900 hier auf 5 Bilder/s kommt, liefert die neue α850 nur 3 Bilder/s. Dafür sind nun mehr Bilder in Folge möglich (16 Raw-Bilder statt 12, 384 JPG-Bilder statt 285). Da das Magnesium-Gehäuse exakt die gleichen Abmessungen hat wie die α900 (156,3 × 116,9 × 81,9 mm) und aufs Gramm genau so viel wiegt (850 g), steht zu vermuten, das Sony für das neue Modell lediglich die Serienbildgeschwindigkeit etwas gedrosselt hat, um den niedrigeren Preis rechtfertigen zu können. Ob das nur eines simplen Firmware-Eingriffs bedurfte, liegt allerdings im Bereich der Spekulation.

Zu den ebenfalls seit einigen Tagen in der Gerüchteküche brodelnden α500 und α550, vernünftig dimensionierten Mittelklasse-Modellen mit APS-C-Sensor und 12 bzw. 14 Megapixeln, hat sich Sony bislang noch nicht offiziell geäußert – wohl aber sind die Kameras bereits auf Sonys Alpha-Übersichtsseite zu finden. Beide Kameras unterstützen den Live-View-Betrieb und sind mit einem Schwenkdisplay ausgestattet. (cm)