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Vollformat-Spiegellose von Sony

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Seit Einführung der RX1 wurde spekuliert, jetzt ist die Katze aus dem Sack. Sony hat heute zwei spiegellose Systemkameras mit Vollformatsensor angekündigt, die auch beim Preis mächtig Druck auf die Konkurrenz machen.

- Kompaktes Vollformat
- Modellpflege: Nikon D610
- Sony QX10 im Test
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Die Edelkompakte RX1 gab schon einen ersten Eindruck, wo es bei Sony hingeht. Jetzt hat der japanische Hersteller mit der Alpha7 und der Alpha7R zwei spiegellose Systemkameras angekündigt, deren neu entwickelte Vollformatsensoren mit 24 beziehungsweise 36 Megapixeln aufzeichnen. Damit schließt die höher auflösende Alpha7R zur Nikon D800E auf, die bis jetzt die "Auflösungskrone“ im Vollformat trug. Genau wie Nikon verzichtet Sony bei der Alpha7R auf einen Tiefpassfilter, was eine optimale Auflösung verspricht. Beim 24-Megapixel-Sensor der Alpha7 verhindert der Filter weiterhin unerwünschte Moiré-Effekte. Durch ein optimiertes Sensordesign will Sony zudem die Abstände zwischen den Pixeln verringert haben, was für eine optimale Ausleuchtung der Sensorfläche sorgen soll.

Die Alpha7-Kameras sind eine Ansage an den Markt. Sowohl was Ausstattung als auch den Preis betrifft.

(Bild: Sony)

Die restliche Ausstattung ist bei beiden Kameras gleich und sollte auch Umsteiger von einer klassischen DSLR nicht vor Rätsel stellen. Wie gewohnt lassen sich Kameraeinstellungen über zwei Einstellräder auf Vorder- und Rückseite ändern, auch die Belichtungskorrektur ist mit einem eigenen Einstellrad auf der Geräteoberseite zu finden. Aufgrund des kleinen Gehäuses lassen sich allerdings nicht so viele Bedienelemente wie auf einem großen Spiegelreflexbody unterbringen. Das Gehäuse besteht aus Magnesium und ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, mit 465 Gramm fällt es dementsprechend leicht aus.

A7 und A7R in Bildern (13 Bilder)

Sony bringt im November gleich zwei neue spiegellose Systemkameras mit Vollformat-Sensor auf den Markt und setzt sich so deutlich von der Konkurrenz ab. Den Namen "Nex" sucht macht hier aber vergebens. Die neuen heißen A7 mit 24-Megapixel-Sensor ...

Für die Fokussierung hat Sony auf den CMOS-Sensoren zusätzlich zum Kontrastautofokus mit 25 Punkten einen Phasenautofokus mit 117 Feldern untergebracht. Dieser ist für eine schnelle Vorfokussierung zuständig, während der Kontrast-AF die Feineinstellung übernimmt. Diese Kombination soll laut Hersteller zu den schnellsten Varianten im Vollformatsegment gehören. Ein Porträt-AF soll zudem bei Aufnahmen von Gesichtern gezielt auf die Augen fokussieren können, je nach Foto-Situation kann die Größe des Spot-AF angepasst werden.

Ein klappbares Display ist für eine Vollformatkamera eher untypisch.

(Bild: Sony)

Die größte Umstellung von der Spiegelreflex betrifft bei den Spiegellosen-Kameras der fehlende optische Sucher. Im Unterschied zu den bisherigen Nex-Modellen sitzt das digitale Pendant der Alpha7 mittig und liefert als XGA-OLED eine hohe Auflösung (2,3 Mio. Subpixel, 0,5 Zoll/1,3 cm). Ungewohnt in dieser Klasse auch das klappbare (90° nach oben, 45° nach unten) 3 Zoll (7,5 cm) große LC-Display. Mit 921.000 Subpixeln sollte auch hier ein erster Bildeindruck möglich sein.

Um die großen Datenmengen eines Vollformatsensors verarbeiten zu können, hat Sony die Kameras mit einem neuen Bildprozessor ausgestattet. Im Fall der Alpha7R erlaubt dieser eine Serienbildrate von vier Bildern in der Sekunde, die geringere Auflösung der Alpha7 ermöglicht sogar ein Bild mehr pro Sekunde. Videos zeichnen beide in voller HD-Auflösung mit 60 Vollbildern auf, über die HDMI-Schnittstelle der Kameras kann das Material auch unkomprimiert ausgegeben werden.

Beim Bildrauschen haben Vollformatkameras durch ihre größeren Pixel mehr Spielraum als Kameras mit kleinem Sensor. Die Alphas bieten einen ISO-Bereich von ISO 100 bis ISO 51200.

Für die drahtlose Bildübertragung sind die Kameras mit WLAN und NFC ausgestattet, darüber hinaus können über spezielle Apps auch Kamerafunktionen ferngesteuert werden.

Durch Vollformat und fehlenden Spiegelkasten ist das System auf neue Objektive angewiesen. Sony kündigt gleichzeitig mit den Kameras auch fünf passende Objektive an. Diese sollen von November bis Frühjahr 2014 auf den Markt kommen; darunter Festbrennweiten und Zeiss-Objektive (siehe Bilderstrecke). Bis dahin sollen sich bestehende A-Mount-Vollformatobjektive bereits mittels eines Adapters nutzen lassen.

Die beiden Alpha7-Kameras sollen ab November im Handel erhältlich sein: die 24 Megapixel Variante für 1500 Euro, beziehungsweise im Kit mit dem SEL 28-70mm f/3.5-5.6 für 1800 Euro. Die Alpha7R soll zum Marktstart 2100 Euro kosten. (tho)