Menü
c't Fotografie

Was lange währt: Olympus bringt kompakte Micro-FourThirds-Kamera

vorlesen Drucken Kommentare lesen 152 Beiträge

Olympus PEN: Erhältlich wahlweise in Schwarz/Silber ...

Das erste Micro-FourThirds-Modell E-P1 alias PEN von Olympus lehnt sich mit seinem klassischen Retro-Look stark an die fünfzig Jahre alte Halbformat-Kamera Pen F an, ein Design-Klassiker von Yoshihisa Maitani. Wesentliches Merkmal des Micro-FourThirds-Standards: Die Spiegelkonstruktion ist hierbei unnötig – zugunsten der Reduzierung von Gewicht und Größe, was Olympus deutlich konsequenter ausführte als Panasonic beim Micro-FourThirds-Erstlingswerk G1. Insofern hat Olympus auf der photokina 2008 nicht zu viel versprochen: Der Wegfall des Spiegelkastens ermöglicht die für eine Systemkamera sehr kompakte Bauweise (120,5 × 70 × 35 mm, Gewicht leer 335 g), trotz des eingebauten Sensor-Shift-Bildstabilisators.

Olympus betont das einfache Bedienkonzept mit zwei Einstellrädern und einer neu entwickelten Benutzeroberfläche, dabei lassen sich die Auswirkungen der gewählten Einstellungen bereits vor der Aufnahme direkt auf dem 3 Zoll (7,6 cm) großen LCD betrachten; der Monitor bietet aber nur die mäßig hohe QVGA-Auflösung mit 230.000 Subpixeln. Der intelligente Modus i-Auto erkennt die sechs häufigsten Aufnahmesituationen, wie zum Beispiel Porträt, Landschaft oder Nacht. e-Porträt dagegen glättet Falten, entfernt kleine Mängel und leichte Flecken. Bildstabilisator und Staubschutzsystem sowie verschiedene Wechselobjektive runden das Paket ab. Das E-P1 Kit wird ab Juli 2009 zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 799 EUR erhältlich sein. Als optionales Zubehör liefert Olympus den Kompaktblitz FL-14 (die Kamera selbst ist blitzlos) und den optischen Aufsteck-Sucher VF-1, der den Bildwinkel des 17-mm-Pancake abdeckt.

... oder Weiß/Silber. Der optische Aufstecksucher VF-1 (im Pancake-Kit enthalten) erlaubt eine Motivkontrolle auch ohne LCD-Hilfe.

(Bild: Olympus)

Zusammen mit der Kamera kommen zwei für den Micro-FourThirds-Standard konzipierte Wechselobjektive (wahlweise im Kit) auf den Markt: das M. Zuiko Digital 17 mm 1:2,8 Pancake (34 mm entspr. KB) und das M. Zuiko Digital ED 14-42 mm 1:3,5-5,6 (28-84 mm entspr. KB). Die Kompatibilität mit allen Micro-FourThirds-Objektiven kann mit einem Adapter auch auf alle verfügbaren "normalen" FourThirds-Objektive ausgeweitet werden. Für OM-Objektive und Objektive anderer Hersteller sind ebenfalls Adapter erhältlich. Ein LiveMOS-Sensor mit 12,3 Megapixeln und der neue TruePic V-Bildprozessor wollen für brillante Bilder und Filme sorgen, die Leistungsfähigkeit des Prozessors reicht sogar für die eingebauten "hochwertigen Filter-Effekte", so der Hersteller.

Mit Adapter lassen sich auch ältere OM-Objektive ansetzen.

Der "Pop-Art"-Filter etwa verstärkt die Farben und sorgt so für einen intensiveren Ausdruck. Weitere Filter wie "Lochkamera", "Weichzeichner", "blasse & helle Farben", "leichte Tönung" und "körniger Film" sind ebenfalls mit an Bord. Bereits aufgenommene Raw-Daten lassen sich auch später mit Art-Filter-Effekten versehen. Außergewöhnliche Ergebnisse können mittels Mehrfachbelichtung erzielt werden. Sie ermöglicht es, mehrere RAW-Bilder in Echtzeit übereinander zu legen. Dies ist direkt im Aufnahmemodus und auch nachträglich im Bearbeitungsmodus möglich. Für das richtige Format stehen vier verschiedene Seitenverhältnisse zur Wahl.

Die Empfindlichkeit des Sensors reicht bis ISO 6400. Eine eingeblendete "3D-Wasserwage" soll die Ausrichtung der Kamera erleichtern. Serienbildaufnahmen sind mit 3 Bildern/s (max. 14 im RAW-Modus) möglich. Einen (elektronischen) Sucher gibt es im Unterschied zur Panasonic G1/GH1 nicht. Für die Bildspeicherung ist ein SD-Kartenfach vorgesehen (SDHC kompatibel, Class 6 empfohlen), die xD-Karte wurde klammheimlich beerdigt.

Besonders stolz ist Olympus auf die Video-Fähigkeiten , die ebenfalls mit den Art-Filtern versehen werden können. Die E-P1 nimmt bis zu 5 Minuten lange Takes in HD-Qualität (1280 × 720 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde auf, der Autofokus kann dabei aktiv bleiben. Gespeichert werden die Filme mit Stereo-Ton im AVI-Format, hier stehen die Seitenverhältnisses 4 : 3 oder 16 : 9 zur Verfügung. Bei Video-Aufnahmen ist ein digitaler Bildstabilisator zuschaltbar. (cm)