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Welt-Foto-Tag: Die Top-Bilder aus der c't Fotografie Galerie

Rund 25.000 Bilder wurden in den vergangenen zwölf Monaten in der c't Fotografie Galerie hochgeladen. Zum Welt-Foto-Tag am 19. August zeigen wir die 50 am besten bewerteten Aufnahmen und geben einen Rücklick auf die Geschichte der Fotografie.

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Norwegian dreams von Blueshunter

(Bild: Blueshunter)

Es war der 19. August 1839, als die französische Regierung das von Lois Jacques Mandé Daguerre entwickelte Prinzip der Daguerreotypie lizenzierte und zur kostenlosen Nutzung für jedermann freigab. Heute gilt dieses Datum als Geburtsstunde der Fotografie. Und es war der 19. August 2010, als der Australier Korske Ara in Anlehung an das historische Datum erstmals den Welt-Foto-Tag ausgerufen hat. Was als Freizeitprojekt des damals 21-Jährigen mit etwa 300 Fotoeinsendungen begann, hat einem Bericht der Canberra Times zufolge im vergangen Jahr unter dem Hashtag #WorldPhotoDay rund 500 Millionen Menschen weltweit erreicht.

1839 experimentierte Daguerre noch mit silberbeschichteten Kupferplatten, die er mit Jod bedampfte. Die entstehende Silberjodidschicht war lichtempfindlich, Quecksilberdampf sorgte dafür, dass das Bild anschließend sichtbar wurde. Rund 175 Jahre später ist die Fotografie digitalisiert. CMOS-Sensoren in aktuellen Profi-Kameras lösen mit bis zu 100 Megapixeln auf, für 2018 sind bis zu 150 Megapixel anvisiert. Smartphones ersetzen für viele Nutzer die Kompaktkamera, Bilder werden binnen Sekunden geteilt und verbreitet.

Allein in der c't Fotografie Galerie wurden in den vergangenen zwölf Monaten rund 25.000 Bilder hochgeladen. Ein wichtiger Aspekt dabei: Nutzer kommentieren und kritisieren ihre Bilder gegenseitig. Zum Welt-Foto-Tag zeigen wir die 50 am besten bewerteten Galeriebilder der vergangenen zwölf Monate:

Die Top-50-Bilder aus der c't Fotografie Galerie (50 Bilder)

Frischer Waldtropfen von nikkonwolf (Bild: nikkonwolf)

Bis Fotos in ihrer heutigen Qualität und Quantität aufgenommen und verbreitet werden konnten, war es ein langer Weg. Die nachfolgende Tabelle fasst einige der wichtigsten Jahreszahlen und Ereignisse in der Geschichte der Fotografie zusammen.

Technische Meilensteine der Fotografie
Jahr Ereignis
1727 Johann Heinrich Schulze (1687–1744) forschte an der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen, darunter Silverchlorid und Silbernitrat. Die meisten fotografischen Verfahren gehen darauf zurück.
1793 Joseph Nicéphore Niépce (1765–1833) und sein Bruder Claude Niépce (1763–1828) waren die ersten, die ein Bild mit einer Camera Obscura (Lochkamera) chemisch konservierten.
1826 Die erste uns bekannte Fotografie der Außenwelt gelang Joseph Nicéphore Niépce auf einer Zinnplatte mit Asphaltschicht. Die unbelichteten Stellen waren löslich, die belichteten härteten aus. Die Belichtungszeit betrug acht Stunden. Niépce taufte sein Verfahren Heliografie.
1829 Abkommen zwischen Niépce und Lois Jacques Mandé Daguerre (1787–1851), um die Heliografie voranzutreiben.
1835 Daguerre machte mit Joddämpfen eine versilberte Kupferplatte lichtempfindlich und entwickelte das Bild nach der Belichtung mit Quecksilberdampf. Die Daguerreotypie war geboren, die Belichtungszeit konnte auf 20 bis 30 Minuten reduziert werden.
1839 Die Daguerreotypie ist das erste kommerziell genutzte fotografische Verfahren, nachdem die französische Regierung die Rechte daran erwarb. Das Jahr gilt deshalb als Geburtsjahr der Fotografie, obwohl eine Daguerreotypie ein Unikat ist.
1841 William Henry Fox Talbot (1800–1877) entwickelte die Kalotypie, später Talbotypie genannt. Das Bild entstand auf einem lichtempfindlichen Papier als Negativ, von dem Abzüge hergestellt werden konnten. Damit gilt das Verfahren als Vorläufer der Negativ-Positiv-Fotografie.
1851 Von Frederic Scott Archer (1813–1857) stammt das nasse Kollodiumverfahren. Die Kollodium-Flüssigkeit wurde auf eine Glasplatte gegossen, gleich danach in eine Silbernitratlösung getaucht und sofort belichtet. Das war umständlich, aber da die Belichtungszeit nur noch bei 10 bis 60 Sekunden lag, wurden Porträts möglich. Einige wenige Fotografen setzen das Verfahren heute noch ein.
1854 A.J. Melhulish und J.B. Spencer erfanden den ersten rollbaren Film in Form von lichtempfindlichem gewachstem Papier.
1861 Thomas Sutton baute die erste Spiegelreflexkamera.
1871 Richard Leach Maddox (1816–1902) entwickelte eine Gelatine-Trockenplatte mit einer Bromsilber-Emulsion, die das Kollodium-Verfahren auch deshalb im Handumdrehen ersetzte, weil Belichtungszeiten von unter einer Sekunde möglich wurden.
1870-1890 Kommerziell geht es mit Kameras mit Wechselkassetten und Rollfilmen voran, ein Markt für Fotografie entsteht.
1888 Weil George Eastman (1854–1932) eine Kamera mit eingebautem Rollfilm, die Kodak, auf den Markt brachte, konnten nun jeder ohne Spezialwissen und ohne großen Aufwand fotografieren.
1904 Die Farbfotografie entstand durch Auguste (1862–1954) und Louis Lumière (1864–1948). Ihr Autochrom-Verfahren bestand aus verschiedenfarbigen Stärkekörnchen als eine Art Raster und einer Bromsilber-Gelatine-Emulsion. 1907 kam das Verfahren auf den Markt.
1924 Die Kleinbildkameras Leica wurde vorgestellt, sowie die Ermanox mit lichtstarken Objektiven.
1936 Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera hieß Kine-Exakta. In diesem Jahr wurde außerdem das Agfacolor-Verfahren marktreif, der erste modere Farbfilm entstand.
1947 Edwin H. Land stellte seine Polaroid-Sofortbildkamera vor, mit der man unmittelbar nach
der Aufnahme das fertige Bild erhält. Dieses Schnellentwicklungsverfahren kam ein Jahr später auf den Markt.
1959 Zoom-Objektive von Voigtländer ersetzen Objektive unterschiedlicher Brennweite in einem einzigen Linsenpaket.
1975 Steven J. Sasson von Kodak entwickelte die erste kommerzielle Digitalkamera.
2002 Erste digitale Spiegelreflexkamera von Kyocera
mit einem Kleinbildsensor („Vollformat“).
2003 Die Verkaufszahlen von Digitalkameras übersteigen die der analogen Kameras.
2010 Über 120 Millionen Digitalkameras wurden
weltweit verkauft.

Zum 175-jährigen Jubiläum der Fotografie im Jahr 2014 hatte der Photoindustrie-Verband eine Bilddatenbank mit technischen Meilensteinen gezeigt. Eine Auswahl dieser Fotos gibt es in unserer Bilderstrecke:

Bilddatenbank "175 Jahre Fotografie" (5 Bilder)

1847

1847 nahm der Berliner Unternehmer Theodor Teichgräber bereits fotografische Chemikalien zur Entwicklung von Collodiumplatten in das pharmazeutische Sortiment seiner Drogeriegroßhandlung auf. Das war die Geburtsstunde von Tetenal. Das hier gezeigte Foto ist etwas später entstanden.
(Bild: Tetenal/ Photoindustrie-Verband )

(msi)