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Wettbewerb "Gute Aussichten": Junge Fotografie und die Alltäglichkeit des Todes

In seinem elften Jahr kreist der Fotowettbewerb "Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie" um die existenziellen Fragen des Lebens. Acht Fotografen, die mit ihren Bildern besonders herausfordern, wurden nun gezeichnet.

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Wettbewerb „Gute Aussichten“: Junge Fotografie und die Alltäglichkeit des Todes

(Bild:  Foto Marvin Hüttermann, Es ist so nicht gewesen, www.guteaussichten.org)

Tod, Migration, Diskriminierung, Einsamkeit, Isolation prallen auf Freude, Vielfalt und schöpferische Kraft: Die acht Preisträger des Fotowettbewerbs "Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie" stehen fest. In seinem elften Jahr widmete sich der Wettbewerb den existenziellen Fragen des Lebens.

Die Arbeiten der ausgewählten Fotografen fordern den Betrachter mit ihren Werken unverblümt heraus, heißt es in einer Mitteilung zum Wettbewerb: "Sie geben uns einen Geschmack davon, wie es um uns und unsere Gesellschaft bestellt ist (…)."

Zu den Preisträgern gehört so zum Beispiel Katharina Fricke mit ihrer Serie "Tag im Oktober. Oder im November. Oder Dezember." Sie zeichnet darin 13 alltägliche Wege von Bewohnern des Bielefelder Stadtteils Sennestadt nach. Ihre 160 Schwarzweiß-Fotos wollen das zeigen, was die Menschen längst nicht mehr wahrnehmen. Die Fotos wirken deshalb beim ersten Betrachten merkwürdig abgeschnitten und wirken eben genau durch das, was sie nicht zeigen.

Auch Marvin Hüttermann geht mit seiner Serie "Es ist so nicht gewesen" auf Spurensuche. Er nähert sich mit seinen Fotos dem Tod, den Verstorbenen und deren Hinterlassenschaften. Er fotografierte dafür in den Wohnungen der Toten, in Bestattungsunternehmen und im Krematorium. In seiner Serie kombiniert er die Bilder zu Paaren, die zeigen was noch da ist und was einmal da war.

Alle ausgezeichneten Werke des Wettbewerbs zeigt unsere Bilderstrecke.

"Gute Aussichten - junge deutsche Fotografie" 2014/2015: Ausgezeichnete Werke (15 Bilder)

Marvin Hüttermanns Serie "Es ist so nicht gewesen" geht auf Spurensuche.
(Bild: Marvin Hüttermann, Es ist so nicht gewesen, www.guteaussichten.org)

Ausgewählt wurden die acht Preisträger von einer siebenköpfigen Jury zu der unter anderem der Journalist und Gute-Aussichten-Mitbegründer Stefan Brecht, der Fotograf Paul Graham und Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, gehören. Sie mussten diesmal zwischen 115 Einreichungen aus 40 Institutionen entscheiden. (ssi)