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YI M1: Chinesischer Action-Cam-Hersteller bringt spiegellose Systemkamera

Mit der Micro Four Thirds-Kamera M1 stellt YI Technology aus Shanghai seine erste spiegellose Systemkamera vor. Sie hat einen 20 Megapixel-CMOS-Sensor von Sony und bietet 4K/30P-Video, WLAN und Bluetooth sowie einen Touchscreen für die Bedienung.

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YI M1: Neue MFT-Kamera mit 20 Megapixel-CMOS-Sensor von Sony

Mit der Micro Four Thirds-Kamera M1 wagt sich der chinesische Hersteller YI Technology auf den Markt der spiegellosen Systemkameras. Bisher ist der Hersteller, der in China unter der Marke Xaoyi auftritt, vorwiegend als Hersteller von Action-Cams, bekannt.

Mit seiner spiegellosen Systemkamera zielt das Unternehmen vorwiegend auf den fotografierenden Nachwuchs, der sich eine Systemkamera zulegen will. Konsequenterweise orientiert sich das Bedienungskonzept an dem eines Smartphones.

In der M1 kommt ein IMX269-Sensor von Sony zum Einsatz, der eine Auflösung von 20 Megapixel und Empfindlichkeiten bis zu ISO 25,600 bietet. Der Verschluss bietet Zeiten zwischen 1/4000 und 60 Sekunden. Bewegtbilder liefert die Kamera als 4K-Video mit 30 FpS. Die M1 soll im Kit mit einem 3,5-5,6/12-40 mm-Zoom und einer 1,8/42,5 mm-Festbrennweite angeboten werden. Beide Objektive werden von einem bekannten Objektivhersteller unter dem Namen Xiaoyi in China produziert. Die Fassung der Objektive besteht weitgehend aus Kunststoff und somit fallen sie ungewohnt leicht aus. Die 42,5 mm-Festbrennweite kann nur über den Autofokus der Kamera fokussiert werden. Der geriffelte Ring am Objektiv ist ohne Funktion.

Die M1 auf der Photokina

(Bild: Christoph Jehle)

Bedient wird Kamera über einen 3-Zoll-LCD-Touchscreen. Dabei sollen den Nutzern mittels WLAN und Bluetooth eine einfache Verknüpfung mit Smartphones und den von diesen gewohnten Kommunikationsmöglichkeiten geboten werden. Dass sich die M1 an Umsteiger aus der Smartphone-Fotografie wendet, zeigt sich auch in der mit der Kamera verfügbaren YI M1 App. Diese enthält einen “Master Guide”, der die Nutzer Schritt für Schritt darüber informieren soll, wie es ihnen gelingt, bessere Aufnahmen zu machen.

Die M1 soll zum Start in den Farben Ice Silver (Silber) und Storm Black (Schwarz) als Set mit den beiden Objektiven in den nächsten Tagen auf den Markt kommen Der deutsche Preis soll in Kürze bekannt gegeben werden.

Kürzlich hatte c‘t Fotografie die Gelegenheit mit Sean Da zu sprechen. Er ist CEO und einer der Mitgründer von Xiaoyi oder YI Technology, wie sich das Unternehmen außerhalb Chinas nennt. Xiaomi ist als chinesischen Hersteller von Smartphones inzwischen bekannt und konnte im heimischen Markt die internationalen Marken erfolgreich angreifen. Das Unternehmen war außerdem einer der ersten Investoren, der sich bei der Unternehmensgründung 2014 an Xiaoyi beteiligte. Inzwischen hat Xiaoyi, was ins Deutsche übersetzt "kleine Ameise" bedeutet, weitere Investoren gewinnen und so mehrere Millionen US-Dollar an Kapital einsammeln können.

(Bild: Christoph Jehle)

Gegründet wurde Xiaoyi von sechs Chinesen, darunter dem heutigen CEO Sean Da, die nach dem Studium in China in die USA gezogen waren, um einerseits ihre Ausbildung fortzusetzen, andererseits auch um Berufserfahrung in westlichen Unternehmen zu sammeln. So hatte sich Sean Da in den USA vorwiegend mit der Entwicklung von DSPs für Überwachungskameras (CCTV) befasst.

Da die Marke Xiaoyi sich in vielen Märkten außerhalb Chinas nicht besonders gut aussprechen und merken lässt, tritt das Unternehmen dort inzwischen unter dem Namen YI Technology auf, wobei YI als young innovators interpretiert wird. Das Angebot von YI umfasst neben Dash-Cameras auch sogenannte Home-Security-Cameras sowie Action-Cams und soll künftig um weitere Einsatzbereiche erweitert werden.

YI Technology ist im Shanghaier Stadtteil Pudong angesiedelt. Dort arbeiten jedoch nicht nur Chinesen erklärt Sean Da, sondern Mitarbeiter aus der ganzen Welt. Dazu gehören ihm zufolge Japaner, Brasilianer und zahlreiche andere. Neben dem Hauptstandort in China mit dem meisten Mitarbeitern hat das Unternehmen eine Niederlassung in den USA sowie eine kleine, etwa zwanzig Personen umfassende Einheit in Israel, die sich schwerpunktmäßig mit der Software-Entwicklung beschäftigt. Mit den Erfahrungen aus der US-amerikanischen Herstellung von Elektronik-Produkten für Endverbraucher im Hintergrund, hat sich YI Technology von Anfang an auf die Entwicklung von Hard- und Software konzentriert. YI greift für die Produktion seiner Kameras und der Objektive auf internationale Fertigungsdienstleister mit Produktionsstandorten in China zurück.

Nach verschiedenen Teil-Märkten in Amerika und Europa, wo man beispielsweise in Polen Fuß fassen konnte, will YI Technology die Marke YI jetzt auch in weiteren Teilen Europas einführen. Für das kommende Jahr will man in Europa bis zu 200.000 Action-Cams der Marke YI verkaufen. Dies soll nicht nur über die bekannten Online-Shop-Dienstleister erfolgen, sondern auch über andere Vertriebskanäle. Mit den bisherigen Verkaufserfolgen der YI-Kameras im Rücken stellt VI Technology jetzt auf der Photokina in Köln die M1 vor. (Christoph Jehle) / (keh)