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Zombies sind Schuld: Deshalb macht Sigma weiter Kameras

In einem Interview äußert sich Sigmas CEO nicht nur zu den Plänen für Objektive für spiegellose Vollformatkameras. Er hat auch eine überraschende Erklärung dafür parat, warum der Hersteller immer noch eigene Kameras produziert.

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Die Website Lensvid hat ein Video-Interview mit Kazuto Yamaki, dem CEO von Sigma, veröffentlicht. Darin schildert der Sohn des Firmengründers Michihiro Yamaki unter anderem wie der Hersteller im Markt mit den Objektiven für spiegellose Systemkameras weitermachen will. Weil diese immer weiter an Marktanteilen gewinnen, wolle Sigma seine DN-Serie erweitern. In dieser bringt der Hersteller Objektive für Spiegellose mit E-Mount und Micro-Four-Thirds-Bajonett unter. Welche Brennweiten als nächstes folgen, wollte Yamaki noch nicht konkret verraten. Nur so viel: Man wolle ein breites Sortiment anbieten, dazu könnte natürlich künftig auch ein Makro-Objektiv gehören. Auch FE-Objektive für die spiegellosen Vollformatkameras von Sony gehören zur Agenda von Sigma. Details gab Yamaki aber auch hier nicht bekannt.

Doch das Interview drehte sich nicht nur um Objektive. Auf die Frage, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, in Kameras zu investieren, antwortet Yamaki: „Es ist ein großes Investment vor allem, weil wir unseren eigenen Sensor bauen. Es wäre sehr viel günstiger, einen Sensor von Sony oder einem anderen Hersteller zu kaufen...“

Drei Gründe für das Kamerageschäft zählt Yamaki auf: So sei es für Objektivbauer ungemein wichtig, eigene Kameras zu produzieren, denn mit diesem Know-How könne man auch bessere Optiken bauen. Desweiteren sei es eine Leidenschaft der Sigma-Ingenieure. Als letzten Grund nennt Yamaki seinen Vater, dessen Traum es war, Kameras zu produzieren. „Als Sohn muss ich damit weitermachen, anderenfalls würde er als Zombie zurückkehren und versuchen mich umzubringen.“

Das ganze Interview gibt es im Video oder direkt auf lensvid.com

Sigma hat erst kürzlich mit der sd Quattro (HD) eine neue spiegellose Systemkamera vorgestellt, die mit dem Foveon-Sensor im APS-C-Format arbeitet. Anders als herkömmliche Chips mit Bayer-Pattern-Farbfilter, holen die Foveon-Modelle ihre Farbinformationen aus drei unterschiedlichen Schichten, die je einer RGB-Farbe zugeordnet sind. Damit enthält im Prinzip jedes Pixel die volle Farbinformation.

Die Foveon-Kameras liefern bei optimalen Lichtbedingungen und niedrigen ISO-Empfindlichkeiten tatsächlich äußerst brillante Ergebnisse. Mit höherer Sensorempfindlichkeit brechen sie allerdings dramatisch ein wie auch unsere Bilderstrecke zeigt.

Sigma sd Quattro: ISO-Reihe (8 Bilder)

c't Testszene im Überblick

Mit anderen aktuellen spiegellosen Systemkameras können die Sigma-Kameras so nicht mithalten. Außerdem besitzen die Geräte in der Regel ein sehr eigenwilliges Design. Die aktuelle sd Quattro muss außerdem auf einen Videomodus verzichten. Damit besetzt Sigma mit seinen Foveon-Kameras eher eine Liebhabernische. (ssi)