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Zurückgerudert: Nächste Photokina doch erst 2020

Eigentlich sollte die Photokina ab 2018 jährlich stattfinden. Doch nun rudern die Verantwortlichen zurück und verschieben die nächste Messe auf den Mai 2020.

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Zurückgerudert: Nächste Photokina doch erst 2020

(Bild: Koelnmesse)

Mit einem neuen Konzept wollte die weltgrößte Fotomesse Photokina schon ab 2018 jährlich Fotobegeisterte auf das Kölner Messegelände ziehen. Doch nun verkünden die Verantwortlichen von der Koelnmesse GmbH: Die nächste Photokina findet erst wieder im Mai 2020 statt. Damit sagen sie den geplanten Messetermin für Mai 2019 ab.

Begründet wird dieser Schritt paradoxerweise mit dem Erfolg der Messe 2018. So schreibt der Photoindustrie-Verband-Vorsitzende Rainer Führes in der Mitteilung zum neuen Messedatum, dass man mit der erfolgreichen Photokina 2018 die Messlatte für die nächste Veranstaltung sehr hoch gehalten hätte: "Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass wir im Mai 2019 nach nur gut sieben Monaten wieder eine so begeisternde Stimmung erzeugen können, welche die Photokina 2018 geprägt hat. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, den geplanten Jahresturnus erst 2020 zu beginnen", so Führes. Tatsächlich zeigten sich einige Hersteller während der 2018er-Veranstaltung gegenüber c't Fotografie hinter den Kulissen wenig glücklich mit dem geplanten jährlichen Modus, sowie der Neuausrichtung der Messe und hatten bereits eine Teilnahme für 2019 ausgeschlossen.

Zwischen den Zeilen klingt es auch bei der Koelnmesse nach einem verhaltenden Ausstellerinteresse: "Wir verstehen, dass selbst potente Technologie-Unternehmen innerhalb einer extrem kurzen Vorlaufzeit von nur sieben Monaten nicht sicherstellen können, wieder eine derartige Innovationskraft in die Messehallen zu bringen, wie wir es auf der Photokina 2018 erlebt haben”, schreibt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

2017 verkündete der Veranstalter, dass die Photokina ab 2018 jährlich stattfinden soll. Von dem verkürzten Zyklus erhoffte man sich, die Schnelllebigkeit und die kürzer werdenden Innovationszyklen der Branche besser abzubilden. Außerdem verschob man den Messe-Termin vom September in den Mai. Photokina-Manager Christoph Menke begründete dies gegenüber c't Fotografie mit der höheren medialen Aufmerksamkeit sowie einem besseren Vertriebsansatz vor der Sommersaison.

Dazu öffnete sich die Messe für ein breiteres Themenspektrum: Trendbereiche wie Virtual und Augmented Reality, Cloud Computing sowie Bilderkennung und Holografie sollten stärker eingebunden werden. Dazu sollten auch Themen wie Social Media, Communities, Apps und andere Software-Lösungen stärker in den Fokus rücken. Mit dem neuen Konzept ging man zumindest nicht baden: Zwar kamen 10.000 Besucher weniger als noch 2016 zur diesjährigen Photokina. Allerdings verkürzte sich die Messezeit auch von sechs auf vier Tage.

Impressionen von der Photokina (34 Bilder)

Anstehen am Eingang

Vor zehn Uhr dürfen nur die Aussteller auf die Messe. Selbst die Presse muss bis dahin draußen warten.
(Bild: Ilona Krause / Heise Medien)

Die Ankündigung, auf den Termin 2019 zu verzichten, kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Gerade erst verkündete die Messe AG Hannover das Aus für die weltgrößte Computermesse Cebit. Auch sie versuchte sich 2018 mit einem neuen Konzept und einem neuen Termin. (ssi)