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c’t Fotografie: JPEG statt Raw?

JPEGs aus der Kamera sind besser als ihr Ruf. Oder doch nicht? In der aktuellen Ausgabe der c’t Fotografie gehen wir der Frage nach, ob Raw-Files wirklich immer die bessere Wahl sind. Ab Montag liegt die Ausgabe c’t Fotografie 5/2016 im Handel.

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Eine Frage blitzt bei der Digitalfotografie immer wieder auf: "Soll ich in JPEG oder in Raw fotografieren?" Tatsächlich lohnt es sich, gerade jetzt darüber nachzudenken, stellt Autor Michael Jordan in der aktuellen Ausgabe der c’t Fotografie fest. Nicht nur die Kamerasensoren und Bildprozessoren haben sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert, auch die kamerainterne Aufbereitung der JPEG-Aufnahmen hat deutlich zugelegt.

Sind die Unterschiede zwischen dem JPEG aus der Kamera und der am PC entwickelten Raw-Datei wirklich noch so groß, dass man in jedem Fall die Rohdaten nutzen sollte? Autor Michael Jordan untersucht diese Frage im Artikel "JPEG vs. Raw".

Manch ein Hersteller bewirbt die interne JPEG-Bearbeitung inzwischen sogar recht intensiv: Fujifilm bietet bei seinen spiegellosen Systemkameras wie der X-Pro2 beispielsweise Bildstile an, die älteren Filmen wie Velvia oder Astia nachempfunden sind. Eine spätere Bearbeitung am Computer können und sollen sich Fotografen so sparen. Tatsächlich bieten JPEGs einige Vorteile gegenüber Raw-Files: Sie kommen fertig aus der Kamera und können gleich verwendet werden – beispielsweise auf sozialen Netzwerken.

JPEG-Dateien sind außerdem kleiner als Raw-Files, damit passen mehr Aufnahmen auf eine Speicherkarte. Doch die fertig entwickelten Dateien haben auch deutliche Nachteile: Sie erreichen "nur" eine Farbtiefe von 8 Bit. Raw-Files kommen auf bis zu 16 Bit und damit auf ein viel höheres Tonwertpotenzial, das Fotografen bei der späteren Bearbeitung voll ausschöpfen können. Beim eigentlich fertigen JPEG hingegen birgt jede Bearbeitung die Gefahr von sichtbaren Tonwertabrissen.

Autor Michael Jordan hat sich konkret an drei Kamerabeispielen angeschaut, wie sich JPEG und Raw bei ISO 100 und ISO 6400 voneinander unterscheiden. Dazu hat er den Standard-JPEGs aus der Kamera jeweils die Raws mit Standardentwicklung (als 8-Bit-TIFFs) gegenübergestellt. Für die Raw-Entwicklung arbeitete er je mit den Konvertern der Kamerahersteller. Dabei zeigte sich, dass Qualitätsunterschiede nicht nur mit der eingestellten Empfindlichkeit steigen, sondern auch abhängig vom Kameramodell selbst sind. Während sich beispielsweise bei Canons Einsteiger-DSLR 1300D schon bei niedrigen Empfindlichkeiten große Gräben zwischen JPEG und Raw auftaten, verhielten sich die Dateien der Olympus OM-D E-M5 Mark II zueinander auch bei höheren Empfindlichkeiten noch relativ stabil.

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Die komplette Inhaltsübersicht der c't Fotografie 5/2016, den Überblick über das Zusatz-Material auf DVD, Vorschaubilder und das Editorial finden Sie im heise Shop. Die Ausgabe können Sie ab sofort für 9,90 Euro bestellen oder ab Montag, 22. August, am Kiosk kaufen. (ssi)