Ab 2035 erlaubt Kalifornien nur noch lokal abgasfreie Autos

Im US-Bundesstaat Kalifornien dürfen ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen verkauft werden. Das verfügte wegen des Klimaschutzes Gouverneur Gary Newsom.

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Die Zukunft auf kalifornischen Straßen? Elektrisch angetriebener Pickup: Tesla Cybertruck

(Bild: Mike Mareen/Shutterstock.com)

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  • Florian Pillau

In Kalifornien dürfen ab 2035 nur noch lokal emissionsfrei angetriebene Autos neu verkauft werden. Das verfügte gestern (Mittwoch, 23. Sept. 2020 Ortszeit) der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates, Gary Newsom. Die beliebten Pickup-Trucks und große Lastwagen können laut Dekret länger mit fossilem Brennstoff fahren, sie sollen erst ab 2045 auf der Straße keine Abgase mehr ausstoßen dürfen.

Das Timing für die Klimaschutzmaßnahme gilt als perfekt – seit Wochen wüten Waldbrände an der Westküste und Newsom bringt sie mit dem Klimawandel in Verbindung: Der Transportsektor verursache mehr als 50 Prozent des anthropogenen Treibhausgasausstoßes in Kalifornien.

Das Verbot sei "der wirksamste Schritt, den unser Staat im Kampf gegen den Klimawandel machen kann". Er soll helfen, den Klimawandel zu bremsen und damit die kalifornischen Strände und Küsten vor dem Anstieg des Meeresspiegels zu bewahren, sagte Newsom. Der Gouverneur erinnert zudem daran, dass die aktuellen Waldbrände, die seit Wochen an der Westküste wüten, von der Wissenschaft auch auf die Klimaerwärmung zurückzuführen seien und ließ in einer öffentlichen Mitteilung verlauten, "unsere Autos sollten Waldbrände nicht schlimmer machen."

Damit stellt sich Kalifornien erneut gegen die Linie der Bundesregierung, die versucht, bereits bestehende Gesetze zur Verminderung des CO2-Ausstoßes von Autos aufzuweichen. US-Präsident Donald Trump behauptet, er handle damit im Interesse der Autoindustrie, doch nicht einmal alle Hersteller sehen das genauso. Zudem arbeitet der Präsident daran, aus dem Klimaschutzabkommen von 2015 auszusteigen.

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Die Energiepolitik seiner Regierung bevorzugt ausdrücklich die fossilen Energieträger. Erst vergangene Woche hatte Trump bei einem Besuch der Brandgebiete in Kalifornien behauptet, sie hätten keinen Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Nicht nur den Klimawandel hat Newsom mit der Maßnahme im Auge, er will damit auch die Luftqualität verbessern. Er sagte: "Für zu viele Jahrzehnte haben wir erlaubt, die Luft zu verschmutzen, die wir und unsere Familien atmen. Die Kalifornier dürften sich nicht sorgen müssen, ob die Autos bei unseren Kindern Asthma auslösen." Das ist ein Thema mit langer Tradition. Kalifornien ist seit den 60er-Jahren zum anerkannten Vorbild für Abgasnormen geworden. Heute werden die kalifornischen Normen inklusive ihrer sukzessiven Verschärfungen von praktisch allen Staaten der Welt übernommen.

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(fpi)