Ächz!

Ein verspannter Nacken oder eine verschobene Bandscheibe können einem das Leben schwer machen – und sind leider keine Seltenheit. Gut zu wissen, wo man im Bedarfsfall welche Hilfe findet.

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Von
  • Diane Sieger
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Unter den am häufigsten gefassten Plänen für das neue Jahr finden sich alljährlich einige, die sich um die Gesundheit drehen – wie der Pressemitteilung der DAK zum Jahreswechsel 2009/2010 zu entnehmen ist. Besonders unter Büroarbeitern ist eine Aussage häufig zu hören: „Ich habe Rückenschmerzen.“ Wie wäre es also mit dem Vorsatz, sich im Jahre 2011 rückenschonender zu verhalten?

Die meisten Menschen, die einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen, klagen bereits kurz nach dem Berufseinstieg über Rückenschmerzen. Eine große Rolle für einen gesunden Rücken spielt die Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes. Wer im Sitzen mit den Füßen nicht den Boden berührt, oder gar den Kopf in den Nacken legen muss, um auf den Bildschirm zu schauen, dessen Arbeitsplatz ist ergonomisch nicht optimal eingerichtet. Das kann auf Dauer vielfältige Beschwerden verursachen. Verspannte Schultern, Nackenschmerz oder Probleme im Lendenwirbelbereich – die Auswirkungen auf den Rücken sind oft gravierend.

Um derartige Folgen schlechter Haltung zu minimieren, hat die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft eine Checkliste für die Gestaltung eines rückenschonenden Bildschirmarbeitsplatzes herausgegeben. Betitelt „Gesund arbeiten am PC“ steht das PDF-Dokument zum Download bereit. Ein mithilfe dieses Faltblatts gestalteter Schreibtisch ist der erste Schritt in Richtung Beschwerdefreiheit.

Auch leichte Fitnessübungen während der Bildschirmarbeit helfen bei der Schmerzvorbeugung. Die 12 Bildschirm-Tibeter, eine Reihe einfach am Schreibtisch durchzuführende Trainingseinheiten, kann man ausdrucken und zur Erinnerung am Arbeitsplatz aufhängen. Das A4-Plakat gibt es bei der österreichischen Arbeiterkammer.

Wer nicht nur am Schreibtisch etwas für die Stärkung seines Rückens tun, sondern bei der Wahl des Ortes zur Durchführung von Übungen flexibel bleiben möchte, dem sei die Applikation RückenDoc für das iPad oder iPhone empfohlen. Je nach Fitnessgrad kann der Anwender verschiedene Trainingseinheiten auswählen, die ihm per Video vorgeturnt werden. Der integrierte Kalender merkt sich sämtliche Fortschritte, und mitgelieferte Clips liefern Hintergrundinformationen zum Aufbau der Wirbelsäule.

Apropos Wirbelsäule – um die verschiedenen Arten des Rückenschmerzes zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf das Gebilde aus Knochen und Bandscheiben. Übersichtlich und verständlich aufbereitet gibt es diese Informationen beim Netdoktor. Wie viele Wirbel hat der Mensch? Wie ist eine Bandscheibe gebaut?

Wichtig für von Rückenschmerzen Geplagte ist die Auswahl einer passenden Schlafunterlage. Immerhin verbringt der Mensch einen großen Teil seiner Zeit im Bett und sollte dort dem Rücken die Möglichkeit zur Erholung und Entspannung geben. Allein bei der Vielzahl erhältlicher Matratzentypen ist der Normalverbraucher jedoch schon leicht überfordert: Von Federkern über Latex-Matratze mit mehreren Zonen oder einem Futon bis hin zum Wasserbett reicht das Angebot.

Eine Übersicht über die verschiedenen Typen gibt schlafkampagne.de. Das Team stellt klar, dass es keine Matratze gegen Rückenprobleme als solche gibt, sondern es auf eine Vielzahl von Kriterien ankommt. Dazu zählt unter anderem, mit welchem orthopädischen Problemen jemand bereits zu kämpfen hat und wie ausgeprägt diese sind.

Prof. Dr. Ingo Froböse geht in seinem Artikel „Vorsorge-Check für einen starken Rücken“ ebenfalls auf die Alltagsfalle Bett ein. Sein Fazit: Ein Bett darf weder zu hart noch zu weich sein. Seiner Meinung nach hängt die Matratzenauswahl stark von der individuellen Schlafposition ab.

Glücklicherweise kann eine geeignete Matratze in Kombination mit Bewegung und besserer Körperhaltung Rückenschmerzen oft in Grenzen halten – zumindest, wenn deren Ursache im muskulären Bereich liegt. Was genau im Muskel passiert, wenn es zu Beschwerden kommt, erläutert das Video „Wie entstehen Rückenschmerzen und wie können Sie vorbeugen?“.

Hat der Schmerz jedoch andere Ursachen, oder ist er bereits chronisch, hilft nur noch der Gang zum Arzt. Startpunkt für eine erfolgreiche Behandlung des Rückenschmerzes ist meist der Allgemeinmediziner, der zum Spezialisten überweist. Auf dem Operationstisch landen übrigens die wenigsten Rückenschmerzpatienten. Heutzutage greifen Mediziner nur dann zum Messer, wenn sie Langzeitschäden erwarten, falls nicht unverzüglich gehandelt wird. Stattdessen versuchen sie zunächst, die Ursache mit Medikamenten zu behandeln. Helfen oral verabreichte Medikamente nicht, ist häufig die epidurale Kortison-Spritze das Mittel der Wahl. Dabei spritzt der Spezialist unter Röntgenkontrolle Medikamente direkt an den Schmerzherd. Ein Video auf YouTube zeigt, wie diese Prozedur abläuft.

Allen, die sich ausführlicher über Behandlungsmöglichkeiten der westlichen Medizin informieren wollen, sei das Rückenbuch der Praxisklinik Dr. Schneiderhan empfohlen. Das Kapitel „Schmerztherapie “ stellt gängige Verfahren in der Rückenschmerzbehandlung vor.

Für diejenigen, die der Schulmedizin eher kritisch gegenüberstehen, gibt es alternative Heilmethoden für Rückenschmerzen. Viele Betroffene etwa erfahren Linderung durch Akupunktur. Laut Deutscher Ärztegesellschaft für Akupunktur e. V. verbessert das Setzen von Nadeln den Fluss der Lebensenergie Qi (gesprochen: Tschi). Da die chinesische Medizin davon ausgeht, dass der Fluss des Qi essenziell für Schmerzfreiheit und Wohlbefinden ist, bewirkt die Akupunktur eine Besserung des Rückenschmerzes. Doch es gibt auch Kritik an der Akupunktur – hier ein Einblick in die Argumente der Gegner.

Eine weitere alternative Behandlungsmethode, die Ortho-Bionomie, hat sich aus der der Osteopathie entwickelt und arbeitet mit Berührung. Ziel der Methode ist es, Stress zu reduzieren, indem der Behandler versucht, die Symptome des Patienten genau zu verstehen und dessen Selbstregulation anzuregen. Wer sich über weitere alternative Behandlungsmethoden informieren möchte, findet eine Übersicht der populärsten Alternativen beim Stern.

Eins ist allen Methoden gemein: Zunächst sucht der Therapeut nach der Ursache der Schmerzen. Handelt es sich um eine Muskelverspannung oder um eine Ursache, die im Röntgenbild gut zu erkennen ist, kann er die Diagnose oft schnell stellen. Komplizierter wird es, wenn die Ursache nicht im Zusammenhang mit dem Schmerz steht. Auch eine Zahnfehlstellung oder die falsche Behandlung von Zahnschmerzen können zu Rückenbeschwerden führen, wie beim Forum Dialog ganzheitlicher Zahnersatz zu lesen ist. In einem solchen Fall bleibt nur die Hoffnung, dass man an einen Mediziner gerät, der Zusammenhänge erkennt und nach ungewöhnlichen Ursachen fahndet. Um den Besuch beim Arzt führt auf jeden Fall kein Weg herum – auch nicht die Recherche im allwissenden Web.

McKenzie Institut
Ein Großteil aller Arztbesuche findet heutzutage wegen Rückenschmerzen, Nackenproblemen oder Beschwerden an den Gelenken statt. Wer mit körperlichen Beschwerden zum Arzt geht, möchte zuallererst wissen was ihm fehlt. Bei manchen Symptomen kann der Mediziner mit handfesten Diagnosen aufwarten: ein Herzkranzgefäß ist verengt, die Niere funktioniert nicht ordentlich, der Zahn ist faul.... Die Therapie orientiert sich dann am Zustand des betroffenen Organs: eine Bypass-Operation stellt die Durchblutung des Herzens wieder her, ein Medikament hilft der Niere, der Zahn wird gezogen.... Bei Beschwerden im Bereich von Wirbelsäule und Gelenken sieht es anders aus. Wer beispielsweise wegen anhaltender Rückenschmerzen zum Mediziner geht, erhält meist das Etikett Lumbalgie,LWS-Syndrom oder Dorsalgie. Diese Ausdrücke besagen nichts anderes als: der Rücken tut weh.
Zugeschickt von: Martin

The Trigger Point Therapy Workbook
Die Triggerpunkttherapie hat als Ziel die Beseitigung sogenannter myofaszialer Triggerpunkte. Das sind lokal begrenzte Verhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können. Beispiel ist ein myofaszialer Triggerpunkt im Schulterheber-Muskel (M. trapezius), der Schmerzen im Schläfenbereich auslöst (triggert). Die therapeutischen Möglichkeiten richten sich neben der Prophylaxe dauerhaft verkürzter oder fehlbeanspruchter Muskeln, zum Beispiel ungünstige Arbeitshaltung, mangelhafter Trainingszustand etc., gezielt auf die Deaktivierung der permanent kontrahierten Muskelfasern. Als Möglichkeiten bieten sich je nach betroffenem Muskel an: spezifische manuelle physiotherapeutische Behandlungstechniken, Stretching eventuell unterstützt mit einer Kältespraytechnik, Nadelungen des Triggerpunktes mit Akupunkturnadeln (Dry Needling), Injektionen eines Lokalanästhetikums in den Triggerpunkt oder einer Triggerstoßwellentherapie.
Zugeschickt von: Manfred

WeWoThom
Schmerztherapie mit der seit 1914 bekannten und seit den 1990er Jahren auch in Deutschland bewährten Hochton-Frequenz-Therapie, Behandlung des Schmerzes und seiner Ursachen ohne Medikamente mit Langzeitwirkung
Zugeschickt von: Nati52

Kieser Training
Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz
Zugeschickt von: Wolfgang Rothe

Workrave
Die digitale Vorturnerin erinnert regelmäßig daran, kurz aufzustehen, den Blick vom Bildschirm zu lösen und sich ein wenig zu bewegen.
Zugeschickt von: Achim Wagenknecht

Ein starker Körper stärkt den Geist
"Mens sana in corpore sano" wird ja oft zitiert, wenn es um Gesundheit geht, auch wenn Juvenal das eher spöttisch gemeint hat. Neuere Studien belegen aber diesen 2000 Jahre alten Satz. So haben Vergleichsuntersuchungen an älteren Leuten ergeben, dass die Gruppe, die angefangen hat sich zu bewegen (Spazieren & Gymnastik) der Gruppe, die so genanntes Gehirnjogging betrieb (Kreuzworträtsel usw) klar überlegen war.
Zugeschickt von: Sandra Ulrich (ka)