Akkutauschsystem für Elektro-Motorräder

Piaggio, Honda, Yamaha und KTM entwickeln als Konsortium einen Industriestandard für Kleinfahrzeug-Tauschakkus.

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(Bild: Honda)

Von
  • Clemens Gleich

Piaggio, Honda, Yamaha und KTM gründen ein Tauschbatterie-Konsortium für leichte Motorräder und Quads. Es soll seine Arbeit im Mai 2021 aufnehmen und einen internationalen Industriestandard für Tauschakkus erarbeiten.

Die Tauschakku-Zirkulation soll das Auflade-Problem lösen und für eine effizientere Nutzung von Lithium-Zellen sorgen, also höhere Auslastung und Einsatz von fürs Fahren zu degradierter Einheiten am Haus oder als Energieversorgung statt Verbrenner-Stromgeneratoren. Bisher gibt es nur Ansätze einzelner Hersteller, etwa Gogoros Tauschakku-Roller in Taiwan.

Heck des Honda PCX Electric mit "Honda Mobile Power Pack"

(Bild: Honda)

Das Beispiel Gogoro zeigt auch, welches Einsatzgebiet sich für Tauschakkus eignet: Pendlerfahrzeuge in Ballungszentren. Wenig geeignet dagegen: große Straßen-Roadster nach europäischem Stil. Es wird sich kaum lohnen, ins kurvige Niemandsland der Vogesen teure Akkutausch-Stationen zu stellen. Überdies sind leistungsfähige Roadster-Akkus groß: Um die Akkukapazität einer Zero SR/F zu tauschen (100 bis 150 km Reichweite im Roadster-Testbetrieb), müsste man 11 Gogoro-Akkus umstecken. Jeder davon wiegt 9 kg und braucht den am Motorrad so raren Bauraum für einen Halterahmen.

Side-by-Side mit Tauschakku-Rack im Unterboden

(Bild: Honda)

Passende Einsatzgebiete liegen außer im Pendelbetrieb auch im Powersports-Bereich. KTMs Freeride E trägt seit jeher einen in unter 30 Sekunden tauschbaren Akku unter dem Sitz. Honda zeigte schon 2018 ein Tauschakkusystem nicht nur für die Elektrovarianten ihrer Roller der PCX- und Benley-Reihe, sondern auch für elektrische Quads und Side-by-Sides. Es ähnelt stark dem Gogoro-System. Wenn das Konsortium es bis zu einem Produkt schafft, werden wir das vermutlich zunächst in Asien sehen, weil es dort sehr viel mehr leichte Krafträder gibt.

Wechselbatterien sind zwar bei Scootern bereits weit verbreitet, sie sind aber nicht unter Fahrzeugen verschiedener Hersteller tauschbar. Schlechte Kompatibilität auf die Spitze treibt der Saxxx Ecooter-Roller in seiner 4,2 kW-Version. Bei diesem Modell sind die Akkus nicht einmal fahrzeugintern tauschbar, weil sie verschieden groß sind. Die Grundausstattung des Rollers hat 42 Ah, der optionale zweite Battery-Pack aber nur 20.

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(fpi)