Appgespeist

Essen muss jeder. Manche kochen gern selbst, andere ziehen Restaurants vor. Apps für Android- und iOS-Geräte erleichtern die Planung der Mahlzeit und treffen jeden Geschmack.

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Von
  • Diane Sieger
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Mobiltelefone und Tablet-Geräte haben auch in die Küche Einzug gehalten. Ob man das richtige Rezept für eine schnelle Vorspeise sucht oder die Backzeit des Hauptgerichts verifizieren will – Küchenhelfer für iOS- und Android-Geräte sind zur Stelle. Die derzeit bekannteste Koch- und Rezepte-Applikation auf dem Markt dürfte Jamie Olivers „Rezepte“ sein. Die App selbst ist kostenlos und enthält zehn Rezepte, die man einfach nachkochen kann. Die Zutaten sind separat aufgeführt und lassen sich in die integrierte Einkaufsliste verschieben. Diese Liste erweist sich als besonders wertvoll, während man durch die Gänge des Supermarkts geht, um alle benötigten Zutaten einzukaufen, denn alle Artikel sind sinnvoll gruppiert (nach Gemüse, Molkereiprodukten, Gewürzen, Tiefkühlprodukten und so weiter). Sobald man eine Zutat in den Einkaufswagen gelegt hat, kann man sie von der Liste streichen. Praktisch für die Vorbereitung ist auch die Utensilienliste, mit deren Hilfe der passionierte Hobbykoch alle benötigten Werkzeuge vor Kochbeginn bereitlegen kann. Zusätzlich gibt es Videos mit Anleitungen zu verschiedenen Themen, zum Beispiel, wie der noch nicht so Geübte verhindert, dass das Schneidebrett auf der Küchenplatte verrutscht.

Hat man die zehn kostenlosen Anleitungen durchprobiert, lassen sich ganz einfach durch In-App-Kauf weitere Rezeptpakete hinzufügen. Obwohl andere Jamie-Oliver-Apps für Android-Geräte zur Verfügung stehen, gibt es diese App leider nur für iOS-Geräte (iPhone und iPad). Zusätzliche Pakete kosten zwischen 1,59 und 2,39 €.

Es muss jedoch nicht immer so glamourös zugehen wie bei Jamie Oliver, schließlich geht es ja lediglich um das Nachkochen von Rezepten. Eine besonders umfangreiche Sammlung bietet die kostenlose Datenbank von Chefkoch.de. Die App basiert auf der Webseite www.chefkoch.de und umfasst mehr als 200 000 Koch- und Backanleitungen, die Tausende von Mitgliedern der Online-Community zur Verfügung stellen. Auch hier lässt sich eine Einkaufsliste schnell und einfach erstellen, wobei allerdings lediglich die Funktion und nicht das Design im Vordergrund steht. Netter Gimmick: Im internen Kochbuch kann man Lieblingsrezepte separat speichern. Für iOS-Geräte via iTunes.

Zur Kunst der Mahlzeitzubereitung gehört der gekonnte Einsatz von Gewürzen. Sternekoch Alfons Schubeck nimmt Hobbyköche in seiner App „Meine Küche der Gewürze“ mit auf eine Reise in die Welt der Aromen, Düfte und Farben. Er erklärt, wo man die besten Gewürze bekommt, wie man sie aufbewahren sollte und welche Vorsichtsmaßnahmen für das Kombinieren verschiedener Gewürze gelten. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Lexikon, das auf Herkunft, Geschichte und Verwendung des jeweiligen Gewürzes eingeht. Tipps und Tricks für die Handhabung der duftenden Zutaten, beispielsweise das Binden eines Gewürzsäckchens oder das Verarbeiten von Vanilleschoten, runden die App ab. Außerdem gibt es Rezepte für Mahlzeiten, deren Geschmack auf intensiven Gewürzen beruht. Die Schubeck-App ist zum Preis von 1,59 € für das iPad erhältlich.

Weniger umfassend ist die kostenlose „World Culinary Herbs & Spice Bible“ für Android-Geräte. Hierbei handelt es sich um ein Kompendium, das zu jedem Gewürz ein Foto und eine Beschreibung liefert.

Wer gern mal ein gekochtes Ei mag, kommt um „Die perfekte Eieruhr“ nicht herum. Egal, ob man sein Ei innen flüssig, weich oder eher hart bevorzugt – mit der App erreicht jedes Perfektion. Einfach den Durchmesser des Eis durch Auflegen auf das Mobiltelefon oder Tablet bestimmen, Temperatur und Wunschkonsistenz angeben und ab in den Topf. Die Applikation berechnet den Zeitpunkt, zu dem der gewünschte Härtegrad erreicht ist, sogar unter Berücksichtigung der Höhenlage. Durch Klingeln signalisiert sie, wenn es an der Zeit ist, das Ei aus dem kochenden Wasser zu holen. Die perfekte Eieruhr gibt es für 79 Cent für iPhone und iPad. Android-Nutzer müssen dafür 1,59 € zahlen.

Nachtisch gefällig? Mithilfe von Martha Stewarts Cookies können Besitzer von iOS-Geräten die leckeren Naschereien schon am Tag zuvor zubereiten. Rezepte aus den Kategorien Classic, Chocolate, Giftable und Kids sind im Kaufpreis enthalten, das Weihnachtsplätzchenpaket gibt es als In-App-Kauf. Alle Rezepte sind übersichtlich gestaltet, die Zutaten separat aufgeführt und leicht in die eingebaute Einkaufsliste zu übertragen. Da es sich um eine englischsprachige Applikation handelt, gibt es die meisten Mengenangaben in ungewohnten Einheiten wie Cups und Oz. Glücklicherweise überträgt der eingebaute Rechner alle Angaben in Gramm oder Milliliter.

Eine kleine Anmerkung zur Preisgestaltung: Es gibt separate Versionen für iPhone (2,39 €) und iPad (3,99 €). Die iPhone-Version ist aber durchaus auch auf dem iPad nutzbar. Sie skaliert gut und man kann auf alle Rezepte zugreifen. Allerdings verfügt die speziell für das iPad konzipierte App über einige zusätzliche Effekte.

„Käse schließt den Magen“ heißt eine altbekannte Redewendung, und schon seit vielen Jahrhunderten genießen Menschen ein gutes Stück Käse zum Abschluss einer Mahlzeit. Für all diejenigen, die sich mit Käse nicht allzu gut auskennen, gibt es Hilfe. Zum einen durch die iOS-App „Käse“, die verschiedene Sorten nach Name, Herkunftsland oder produzierendem Tier sortiert detailliert vorstellt. Zum anderen durch die Android-App „Cheese facts“ die ebenfalls verschiedene Käsesorten mit Bild und Text präsentiert, jedoch über weniger Details verfügt als die iPhone-App. Dafür ist sie kostenlos, während Apple-Nutzer für das Käse-Wissen 1,59 € zahlen müssen.

Um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen, empfiehlt sich oftmals eine Tasse Tee oder Kaffee. Für das echte Kaffeehaus-Feeling muss man nicht zwingend einen Barista-Kurs besuchen. Ein Blick aufs iPhone genügt, um mit „Barista“ tolle Kaffeespezialitäten zu zaubern. Ob populäre Cappuccinos und Macchiatos oder eher außerhalb des deutschsprachigen Raums bekannte Flat Whites und Affogatos – für jeden Kaffee gibt es detaillierte Anleitungen. Hintergrundinfos zu Kaffeezubereitung, Tipps und Tricks zur Perfektionierung des Getränks und Videos, die zeigen, wie man aus Milchschaum ein Herz oder ein Farnblatt zaubert, runden das Ganze ab. Nach der Zubereitung kann man der Anleitung ein Foto seiner Kreation hinzufügen und so eine Mediathek der eigenen Werke erstellen. Die App gibt’s zum Preis von 2,39 €.

Android-Anwendern steht mit „Barista Me“ eine kostenlose Alternative zur Verfügung. Zwar verfügt diese App ebenfalls über ausführliche Hintergrundinformationen zu jedem Getränk und außerdem über ein Quiz, das das eigene Wissen rund um die Zusammensetzung verschiedener Kaffeespezialitäten erweitert, jedoch sind die Anleitungen und Zubereitungstricks bei Weitem nicht so umfangreich wie in der iPhone-App „Barista“.

Keine Lust, selbst zu kochen? Wer sich in der Küche nicht wirklich wohlfühlt, kann auf einen der zahlreichen zur Verfügung stehenden Restaurant-Finder zugreifen. Eine besonders gelungene App des Genres ist „Happy Cow“. Was im Jahr 1999 als Webseite für gesunde Ernährung begann, ist heute eine weltweite Datenbank vegetarischer Restaurants. Die App gibt’s zum Preis von 2,39 € fürs iPhone und als kostenlose, werbeunterstützte Variante für Android-Telefone. Eine werbefreie Android-Version ist erhältlich zum Preis von 1,50 €.

Wer jetzt durchs Lesen noch nicht hungrig geworden ist, sollte vielleicht einen Blick auf „Cooking Dash Deluxe“ werfen. In dem iOS-Spiel zum Preis von 2,39 € geht es darum, hungrige Restaurantbesucher zu bedienen. Kochen, grillen, braten, Smoothies zubereiten und Kaffee servieren – es gibt keine Pause, die Gäste stehen Schlange. Wer zufrieden ist, gibt Trinkgeld, und von den Einnahmen kann der Wirt sein Restaurant aufpeppen. Das Spiel macht bereits auf dem iPhone Spaß, netter zu spielen ist es allerdings auf dem iPad. Wer nicht gleich zur kostenpflichtigen Version greifen möchte, kann zunächst die Lite-Version ausprobieren. Aber Achtung: Es besteht Suchtgefahr! (ka)