Arduino-Konkurrent: Erste Schritte mit dem Blue-Pill-Board

Das Blue-Pill-Board bietet zum gleichen Preis viel mehr als ein Arduino-Nachbau. Wir zeigen, wie man die Platine zum Leben erweckt.

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Von
  • Carsten Meyer
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Manchmal darf es auch etwas mehr sein: Mit der 32 Bit breiten ARM-Cortex-M3-Architektur des STM32F103C8T6 und einer Taktfrequenz von 72 MHz überrundet die sehr preiswerte Blue-Pill-Platine einen ATMega328P-Arduino (16 MHz Taktfrequenz) gleich mehrfach. Der mit 64 KByte Flash doppelt so große Programmspeicher und vergleichsweise üppige 20 KByte RAM tragen der Tatsache Rechnung, dass 32-Bit-Programme mehr Speicherplatz benötigen; der Mehrbedarf relativiert sich natürlich, wenn vorwiegend Werte mit 16 oder 32 Bit Breite zu verarbeiten sind, was ein 8-Bitter immer in mehrere Teilschritte zerlegen muss. 

Daneben beinhaltet das Board eine mit einem separaten Quarz auf 32.768 MHz getaktete Echtzeituhr (RTC), allerdings ohne Stützbatterie. Im Normalbetrieb verwendet der Mikrocontroller Logikpegel von 3,3 V, es sind auf einigen Pins aber auch 5 V Eingangspegel zulässig. Ansonsten gibt sich das Board erfrischend bescheiden: Auf eine üppige Ausstattung mit allerlei Peripheriebausteinen wie zum Beispiel auf den STM-Discovery-Boards hat der chinesische Hersteller verzichtet. Selbst ein Programmieradapter oder ein Interface-Baustein für die serielle Schnittstelle sucht man vergeblich.

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Das muss kein Nachteil sein: Für den jeweiligen Anwendungsfall nicht benötigte Bauteile muss man auch nicht bezahlen; das Board ist als China-Import deutlich unter drei Euro zu bekommen. Außerdem blockieren überflüssige Peripherie-Chips oft I/O-Pins, I2C- oder SPI-Schnittstellen, die man extern gut gebrauchen könnte.