Aufblasbares Notfunknetz

Die Forschungsfirma TRiaGnoSys hat ein Kommunikationssystem entwickelt, das im Katastrophenfall innerhalb kürzester Zeit installiert werden könnte - aus der Luft.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Von
  • TR Online

Die Forschungsfirma TRiaGnoSys hat ein Kommunikationssystem entwickelt, das im Katastrophenfall innerhalb kürzester Zeit installiert werden könnte - aus der Luft.

Fast jeder kennt das Problem: Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, sei es nun bei einem Sportereignis, einem Musikfestival oder einer Messe, kommt es vor, dass Mobilfunknetze überlastet sind. Telefonate, SMS oder mobiles Internet sind nicht mehr nutzbar. Zu solchen Situationen kommt es aber auch im Katastrophenfall, wenn beispielsweise durch ein Erdbeben Teile der bestehenden Infrastruktur zerstört werden.

Die schnelle Wiederherstellung eines Basisnetzes wäre in einer solchen Lage sehr wertvoll. Alvaro Valcarce, Wissenschaftler beim deutschen Forschungsunternehmen TRiaGnoSys, das an neuen Drahtloslösungen arbeitet, hat nun eine Technik entwickelt, die dafür genutzt werden könnte: Ein Mobilfunknetz, dessen Basisstationen mit Hilfe von drachenartigen Ballone in die Luft befördert werden. Die sogenannte Helikites können immerhin bis zu 10 Kilogramm tragen und mehrere Tage in einer Höhe von 4000 Metern verbleiben, wenn das Wetter mitspielt.

Valcarce zeigt in einer Studie mit dem Titel "Luftbasierte Basisstationen für Notsituationen und temporäre Anwendungen", dass das System innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit ist. Die Abdeckung wäre dank der Nutzung mehrerer Ballons, die mit terrestrischen Antennen sowie mit Satellitentechnik angebunden werden, vergleichsweise breit.

Neben Notsituationen, in denen Hilfskräfte die Technik nutzen könnten, um sich untereinander abzustimmen, will TRiaGnoSys das System auch für Veranstaltungen einsetzen, beispielsweise die Olympischen Spiele. Eines der Hauptprobleme sei anfangs gewesen, die fliegende Ausrüstung mit bestehenden terrestrischen Netzwerken zu koordinieren, sagt Valcarce. Das leisten die Helikite mittlerweile.

Es gibt allerdings noch einige Probleme, die vor einer Serienreife stehen. Dazu gehört unter anderem das Festlegen der korrekten Höhe. Diese bestimmt sowohl Abdeckung als auch Netzkapazität und Latenz. Diese Parameter sollen nun weiter erforscht werden. ()