Auslegungssache: Der Datenschutz-Podcast des c’t Magazins

Auslegungssache Episode 30 bis 21

Inhaltsverzeichnis

Johannes Endres beim Auslegungssache-Podcasten

Investigative Recherchen erfordern es oft, dass personenbezogene Daten gesichtet, extern bewertet und sortiert werden müssen - dies meist, ohne den Betroffenen zu informieren oder die Quelle offenzulegen. Damit der Journalismus diese gesellschaftliche Aufgabe erfüllen kann, nennt die DSGVO Ausnahmen der strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben (Medienpriviliegien), die auch für Ton-, Bild- und Videoaufnahmen gelten können. Zu diesen Privilegien kursieren in der Öffentlichkeit einige Missverständnisse. Deshalb sprechen Joerg und Holger in dieser Episode darüber, für wen und in welchen Konstellationen die Ausnahmen gelten, und worauf JournalistInnen besonders achten sollten. Sie begeben sich aber nicht alleine ins Dickicht von Datenschutz- und Landespressegesetzen: Mit dabei ist Johannes Endres. Johannes war lange Jahre c't-Redakteur, Ressortleiter, und von 2013 bis 2017 Chefredakteur von heise online und c’t.

Thomas Schwenke im Jahresrückblick-Podcast

Das Datenschutzjahr 2020 fordert dazu heraus, kritisch beäugt zu werden. Joerg und Holger haben sich für einen Blick zurück im Zorn Dr. Thomas Schwenke eingeladen. Thomas kennt sich als selbstständiger Rechtsanwalt mit Spezialgebiet Social-Media-Recht bestens in der aktuellen datenschutzrechtlichen Lage aus und betreibt nebenher den Podcast "Rechtsbelehrung". In dieser Auslegungssache XXL kommentieren die Drei viele der Themen rückblickend, die in vergangenen Episoden bereits ausführlicher zur Sprache kamen: Natürlich geht es um das Ende des Privacy-Shields und die Corona-Warn-App, aber auch ums Elend mit den Cookie-Bannern, die (nicht für alle) leidigen Videokonferenz-Tools und die rechtlichen Folgen des Brexits.

Manuel Atug im Podcast

Joerg und Holger wildern wieder einmal im Bereich der IT-Sicherheit, weil Security ihrer Meinung nach eben direkt mit dem Schutz von Daten zusammenhängt. Ihr Gast in dieser Episode ist ein ausgesprochener Praktiker, nämlich der @HonkHase, den man außerhalb von Twitter auch unter seinem Namen Manuel Atug kennt. Manuel berät als Senior Manager der HiSolutions AG Unternehmen bei der Einführung von Informationssicherheits-Management-Systemen. Außerdem ist er in diversen Vereinen wie dem CCC aktiv und hat als Experte für kritische Infrastrukturen die unabhängige AG Kritis gegründet. Nachdem sich Joerg wieder einmal an der irischen Datenschutzbehörde abgearbeitet hat, geht es um staatliche IT-Security-Regulierung. Die Drei plaudern über legendäre gesetzgeberische Fehlschläge und aktuelle Sicherheitsunfälle.

Rechtsanwältin Carola Sieling beim Auslegungssache-Podcasten

Nachdem Joerg seinem Ärger über das Schufa-Projekt "CheckNow" Luft gemacht und bei der Gelegenheit die Rubrik "Ärgernis der Woche" ausgerufen hat, widmet er sich mit Holger dem Schwerpunkt-Thema dieser Episode, nämlich der Videoüberwachung im nicht-öffentlichen Bereich.Mit von der Partie ist Rechtsanwältin Carola Sieling, die StammhörerInnen bereits aus Episode 18 kennen. Carola berät Unternehmen bei der Vorbereitung von Kamera-Anlagen und kennt sich in der Materie aus Datenschutzsicht bestens aus.

Die niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel im Podcast

Joerg und Holger begrüßen in Episode 26 die niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte (LfDI) Barbara Thiel. Frau Thiel erzählt, wie sie 2015 in ungewöhnlich kurzer Zeit zu ihrem Amt gekommen ist, zunächst ohne zu ahnen, was da mit der DSGVO an Herausforderungen auf sie zukommen würde. Sie bemängelt, dass ihre Behörde dafür zu schlecht ausgestattet war und auch heute noch personell unzureichend bestückt ist. Im Vergleich zu 2019 sei auch bedingt durch die Corona-Pandemie das Beschwerdeaufkommen weiter gestiegen. Die Bestrebungen, Datenschutzaufsicht von den Ländern hin zum Bund zu verlagern, sieht Thiel überaus kritisch, weil dabei kleine Unternehmen und der Mittelstand zu den Verlierern gehören könnten. Stattdessen könne man doch die DSK stärken. In Sachen Homeschooling drängt die LfDI auf die Einführung der bereits für Mai 2020 angekündigten Bildungscloud.

Aus dem Büro: Nicolas Maekeler in der Auslegungssache

Oha, bereits ein Jahr und 25 Episoden Auslegungssache? Joerg und Holger ist das kürzlich aufgefallen. Deshalb haben sie einen speziellen Gast in die virtuelle Runde eingeladen, nämlich Rechtsanwalt Nicolas Maekeler. Nicolas war sowohl bei der Konzeption als auch in den ersten Folgen des Podcasts stets dabei, bevor er beschloss, den Heise-Verlag zu verlassen und sein Glück als Syndikusanwalt eines Versicherungskonzerns zu suchen. In dieser Episode plaudern die drei ein wenig über die Anfänge des Podcast-Projekts. Weil Nicolas nun auch Datenschutzbeauftragter im Konzern ist, bot es sich an, einmal ausführlicher auf diese Funktion einzugehen, die die DSGVO für Firmen und Behörden immerhin vorschreibt.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Prof. Ulrich Kelber

(Bild: Bundesregierung/Kugler)

Joerg und Holger begrüßen in der Auslegungssache 24 den Bundesdatenschutzbeauftragten Prof. Ulrich Kelber. Natürlich geht es im Gespräch in erster Linie um Dinge, die derzeit die Datenschutzwelt bewegen. Insbesondere um das Urteil SchremsII, mit dem der EuGH Unternehmen und Behörden die Rechtsgrundlage zum Transfer von personenbezogenen Daten in die USA de facto entzogen hat. Kelber verrät beispielsweise bei dieser Gelegenheit, dass die Datenschutzkonferenz Empfehlungen zur rechtssicheren Datenübermittlung via EU-Standardschutzklauseln erarbeitet. Der Bundesdatenschutzbeauftragte teilt offenkundig durchaus die never ending Kritik von Joerg und Holger an der irischen Datenschutzaufsicht. Sehr spannend: Kelber erklärt, wie seine Behörde aufgestellt ist und welchen Einfluss er auf Gesetzgebungsverfahren haben kann.

Selfie: Rechtsanwalt Peter Hense beim Auslegungssache-Podcasten

Dieser Bußgeldbescheid schlug ein wie eine Bombe: Rund 35 Millionen Euro soll der Modekonzern H&M zahlen, weil er in seinem Nürnberger Servicecenter illegal private Lebensumstände von Mitarbeitern erfasst und ausgewertet hat. Noch ist nicht klar, ob H&M die Strafe des zuständigen Hamburgischen Datenschutzbeauftragten hinnehmen wird. Auf jeden Fall aber wirft das Verfahren ein Schlaglicht auf die technischen Möglichkeiten der Mitarbeiterüberwachung. Welche Grenzen das europäische Datenschutzrecht Arbeitgebern setzt, diskutieren Joerg und Holger zusammen mit ihrem Gast Peter Hense. Peter arbeitet als Rechtsanwalt im internationalen IT- und Technologierecht, im Datenschutz sowie der Prozessführung (Privacy Litigation). Seiner Ansicht nach beginnt der DSGVO-Hammer erst allmählich zu kreisen, was den Beschäftigtendatenschutz angeht.

Diskussionen rund um den Datenschutz und die DSGVO werden hierzulande meist stark aus inländischer Sicht geführt. Sei es, wenn es um die Höhe von Bußgeldern, die Auslegung der DSGVO-Artikel oder um die praktischen Auswirkungen der DSGVO geht. Joerg und Holger weiten deshalb in Episode 22 einmal den Blick und schauen hinüber ins Nachbarland Österreich. Dort an der Universität Wien leitet Professor Nikolaus Forgó das Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht. Prof. Forgó erläutert die Unterschiede im Institutionensystem zwischen den beiden Ländern und erklärt, warum die österreichische Datenschutzaufsicht zurückhaltender Bußgelder verhängt als die deutschen Behörden. Außerdem geht es um eine Kuriosität in der österreichischen DSGVO-Umsetzung: Obwohl es die Verordnung nicht vorsieht, umfasst sie auch den Schutz der Daten von juristischen Personen, also etwa von Unternehmen. Dies führte in Österreich bereits zu einigen gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Bereits vor rund zehn Monaten in Episode 3 warnte Joerg vor Schadensersatzforderungen, die aus DSGVO-Verstößen abgeleitet werden können. Noch ist die Rechtsprechung diffus, aber Berichte über Ansprüche nach Art. 82 DSGVO häufen sich. Zeit also, dieses Thema erneut zu beleuchten.

Tim Wybitul

Dazu haben sich Joerg und Holger mit Rechtsanwalt Tim Wybitul einen Experten aus der Praxis in den Podcast geholt. Tim arbeitet in der Kanzlei Latham & Watkins und kann von tausenden Schadensersatzforderungen berichten, denen sich von der Kanzlei vertretene Unternehmen gegenübersehen. Er erläutert die rechtlichen Grundlagen, seine Bewertung der Forderungen und beispielhaft auch bereits ergangene Urteile. Seine Prognose: Sobald Klagen Erfolg versprechen, werden Schadensersatz und Schmerzensgeld Legal-Tech-Unternehmen anlocken, die massenhaft Forderungen aufkaufen und durchsetzen.