Ausprobiert: Der Wunderkoch

Der Wonderbag kocht für einen – ohne dass man ständig am Herd stehen muss. Das spart viel Zeit und Energie. Wir haben ihn getestet.

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Von
  • Jens Lubbadeh

Der Wonderbag kocht für einen – ohne dass man ständig am Herd stehen muss. Das spart viel Zeit und Energie. Wir haben ihn getestet.

Ich liebe Milchreis – wenn er nur nicht so nervig zu kochen wäre! Nicht eine Minute kann ich den Topf allein lassen, sonst kocht entweder die Milch über, oder der Reis brennt an. Der Wonderbag, ein flauschiges Etwas, das aussieht wie ein Sitzkissen, soll das ändern. Er übernimmt das Kochen für einen.

Wie das geht? Heißer Topf rein, fertiges Essen raus. Das geht nicht mit Wundern, sondern mit kluger Wärmeisolierung. Der Wonderbag ist nichts anderes als ein Stoffsack, gefüllt mit recyceltem Styropor- oder Polyurethan-Granulat. Er hält die Hitze so lange im Topf, dass das Essen in ihm von allein durchgart – ohne ständige Energiezufuhr zu benötigen.

Na dann soll er mir mal meinen Milchreis machen. Ich stelle den Topf auf die Herdplatte, koche die Milch mit dem Reis auf und lasse ihn dann noch exakt zwei Minuten bei größter Hitze auf dem Herd kochen – so steht es in der Anleitung des Wonderbags für die Zubereitung von Reis. Dann verstaue ich den heißen Topf in dem Sack. Jetzt ist mein Job erledigt. Ich stelle den Timer auf eine Stunde und gehe lesen.

Laut Anleitung gibt es nichts, was man nicht in ihm kochen kann: Kartoffeln und Gemüse sollen nach fünf Minuten Kochzeit und einer Stunde Wonderbag gegart sein. Fleisch braucht 20 Minuten auf dem Herd und zwei bis fünf Stunden im Sack. Ein schnelles Essen ist damit zwar nicht drin, aber das Kochen ist bequem und energiesparend, und vor allem kann man die viele Zeit, die man sonst vor dem Herd verbringt, anderweitig nutzen.

Eine Stunde später öffne ich gespannt den Sack: Der Topf ist noch genauso heiß wie vorher, sogar die Griffe, sodass ich ihn nur mit Lappen herausnehmen kann. Ich probiere: Der Milchreis ist noch nicht ganz weich. Fairerweise muss man aber sagen, dass die eine Stunde sich auf normalen Reis bezieht. Milchreiskörner sind dicker. Ich stelle den Topf also noch einmal kurz auf den Herd, wenige Minuten später ist er dann so weit. Trotzdem war der Wonderbag eine Hilfe – ansonsten hätte ich die Stunde nicht mit dem Buch, sondern am Herd verbracht.

Ich mache einen zweiten Test. Da das autonome Kochen ganz neue Möglichkeiten eröffnet, stelle ich mich dieses Mal im Schlafanzug an den Herd. Nach zwei Minuten packe ich den Topf wieder in den Sack und lasse diesmal das Kochwunder über Nacht geschehen. Voller Vorfreude schlafe ich ein. Am nächsten Morgen begrüße ich meine Freundin mit einer warmen Portion Milchreis am Bett. Sie macht große Augen. Wenn sie wüsste, dass mir ein Wunderkoch zu Hilfe kam!

Produkt: Wonderbag
Hersteller: Natural Balance
Preis: 79 Euro

Hintergründe zum Wonderbag, der vor allem in Afrika den Menschen das Leben erleichtern soll. (jlu)