"Autobahn" für Drohnen: Großbritannien plant 256 Kilometer lange Strecke

Britische Firmen planen im "Project Skyway" einen Luft-Korridor, der nur für Drohnen gedacht ist – ohne Ärger mit der weiteren Luftfahrt.

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Drohne beim Flug

Auf dem geplanten "Skyway" sollen weitgehend autonom fliegende Drohnen aller Art unterwegs sein: von den kleineren bis hin zu solchen mit Spannweiten von bis zu zehn Metern.

(Bild: Dmitry Kalinovsky/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Zahlreiche Start-ups, Regierungsinstitutionen, Konzerne sowie große Luftfahrtunternehmen arbeiten daran, den Drohnenverkehr zu kommerzialisieren. Lastencopter sollen schon bald autonom durch die Luft größere Gütermengen von A nach B bringen, ohne dass Menschen dabei eingreifen müssten. Allein: Die bisherigen Pilotprojekte außerhalb militärischer Anwendungen waren eher klein.

In Großbritannien soll nun demonstriert werden, dass Drohnen auch über größere Strecken problemlos verkehren können. Dazu hat die Firma Altitude Angel, ein Anbieter von Verkehrsmanagementsystemen spezifisch für unbemannte Fluggeräte, ein Konsortium gegründet, das auf insgesamt 256 Kilometern Länge einen "Drone Superhighway" plant. Dabei handelt es sich um eine speziell ausgewiesene Strecke zwischen den Städten Reading, Oxford, Milton Keynes, Cambridge, Coventry und Rugby. Der "Skyway" wird von Altitude Angel zusammen mit der British Telecom (BT), mehreren Drohnen-Start-ups sowie örtlichen Gemeinden aufgebaut.

Bislang können Drohnen normalerweise nicht ohne einen menschlichen Piloten geflogen werden. Genau hier setzt das Projekt an, das im Juli die Genehmigung der britischen Regierung erhielt: Der Skyway soll über Mobilfunknetze (4G und 5G) und ein neues Steuerungssystem kontrolliert werden, das unter anderem über eine Kollisionsvermeidung verfügt. Sie sollen weitgehend autonom fliegen können, obwohl verschiedene Klassen mit Spannweiten von bis zu zehn Metern parallel unterwegs sein sollen. Die Umsetzung ist bis 2024 geplant und könnte auch auf Regionen außerhalb der Midlands ausgedehnt werden. Neben Lastdrohnen wäre es sogar möglich, Drohnentaxis auf die Strecke zu schicken.

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Zentrales Element des Skyway ist die Möglichkeit, alle auf der Route befindlichen Drohnen miteinander zu vernetzen. Die Leit- und Kommunikationssysteme sollen Teil eines einzigen Korridors werden, der einzig aus Software besteht. Die Überwachung der Position erfolgt dabei nicht nur durch die Onboard-Systeme, sondern durch deutlich mächtigere Sensoren auf der Erde. Dieses Netzwerk soll den Skyway in Echtzeit überwachen und Flugsicherung und Routenführung dynamisch anpassen können.

Mehr über den Einsatz von Drohnen

"Die Fähigkeiten, die wir im Rahmen von Skyway entwickeln und erproben, können die Art und Weise, wie wir Güter transportieren und reisen, in einer Weise revolutionieren, wie es sie seit der Einführung der Eisenbahn im 18. Jahrhundert geschah", meint Richard Parker, CEO von Altitude Angel. Damit das funktioniert, muss aber erst der Traum von der vollen Autonomie realisiert werden. "Das soziale und wirtschaftliche Potenzial von Drohnen ist immens und erfordert eine enge Zusammenarbeit der Industrie, um diese Möglichkeiten auf sichere und verantwortungsvolle Weise voll auszuschöpfen", sagt Dave Pankhurst, Chef der Drohnenabteilung von BT.

(bsc)