Autonome Waffensysteme: Wie künstliche Intelligenz die Kriegsführung verändert

In der Realität sind viele autonome Waffensysteme kaum schlauer als eine Waschmaschine. Trotzdem stellen sie Soldaten wie auch Völkerrechtler vor neue Probleme.

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(Bild: Niederländisches Verteidigungsministerium, CC0)

Von
  • Dr. Ingvild Bode
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Bei der Eröffnung von Olympia oder der Silvesterfeier in Sydney entzückten bunt leuchtende Drohnenschwärme mit ihren Formationsflügen die staunenden Zuschauer. Als jedoch im Mai 2020 Drohnen am Himmel von Libyen auftauchten, verbreiteten sie Angst und Schrecken.

Laut eines Berichts der Vereinten Nationen zählten die kleinen Quadcopter vom Typ Kargu-2 zu autonomen Waffensystemen, die libysche Streitkräfte als "Kamikaze-Drohnen" gegen aufständische Milizen von General Haftar einsetzten. Nach ihrem Start kreisen die Drohnen in der Luft und scannen die Umgebung mit Kameras. Als sogenannte Loitering Munition ("herumbummelnde" Munition) erfassen sie ihre Ziele automatisch anhand von Algorithmen. Anschließend verfolgen die laut Hersteller mit "thermobaren, personenabwehrenden oder panzerbrechenden Sprengköpfen" bestückten Angriffsdrohnen ihre Ziele bis zum Einschlag.

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Derartige "Kamikaze-Drohnen" existieren seit rund zehn Jahren in verschiedenen Varianten. So wurden im aserbaidschanisch-armenischen Konflikt um Berg-Karabach 2020 ebenfalls futuristisch anmutende Drohnenschwärme gesichtet. Grundsätzlich sind zwei Betriebsarten möglich: Ein manueller Modus, der eine Angriffsfreigabe menschlicher Bediener vorsieht, oder ein autonomer Modus, bei dem die Drohnen ohne weitere menschliche Bestätigung angreifen.

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