BMW 320e und 520e: Basis-Plug-in-Hybride für das Flottengeschäft

BMW erweitert sein PHEV-Angebot nach unten. 320e und 520e dürften dem Konzern vor allem noch mehr gewerbliche Kunden zuspielen

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 97 Beiträge

Die neuen Plug-in-Hybride erweitern das Angebot nach unten. Nicht zuletzt dank der aktuellen Förderpolitik dürfte die Nachfrage hoch sein.

(Bild: BMW)

Von
  • Martin Franz
Inhaltsverzeichnis

Spekulationen über etwas weniger teure Plug-in-Hybride in BMW 3er und 5er gab es schon seit geraumer Zeit. Die Einführung war für das vierte Quartal 2020 geplant, nun werden 320e und 520e ab März 2021 verkauft. Sie sind das Ergebnis einer Subventionspolitik, die diese Art von Antrieben mit stattlichen Fördersummen versieht, wobei der Nutzen für die Umwelt durchaus fraglich ist. Doch die Lenkungswirkung des Staates trägt Früchte, und so erweitert sich das Angebot stetig. Die neuen Plug-in-Hybride von BMW im Überblick:

  • 320e Limousine ab 47.450 Euro
  • 320e Touring ab 49.000 Euro
  • 320e xDrive Touring ab 51.500 Euro
  • 520e Limousine ab 53.700 Euro
  • 520e Touring ab 55.900 Euro

In 320e und 520e verbaut BMW den gleichen Antriebsstrang. Der Zweiliter-Benziner leistet 120 kW (163 PS) und bietet 300 Nm Drehmoment, der E-Motor bringt es auf 83 kW und 265 Nm. Im Verbund stehen 150 kW und 350 Nm bereit. Die Kraftübertragung übernimmt die bekannte Achtgang-Wandlerautomatik von ZF. Anders als viele andere Hersteller benennt BMW nur noch den nutzbaren Teil des Energiegehaltes des Speichers. Mit 11,15 kWh ist er nicht größer, als auf absehbare Zeit für die Forderung nötig ist.

Plug-in-Hybride werden aber nicht nur in dieser Hinsicht auf Kante genäht. Wie in allen anderen PHEV von BMW bleibt auch hier die maximale Ladeleistung auf 3,7 kW beschränkt. Es dauert also minimal rund dreieinhalb Stunden, die Batterie komplett zu füllen. Das serienmäßige Vorladegerät ist wie üblich mit 10 Ampere abgesichert, hier fließen an einer 230-Volt-Steckdose also maximal 2,3 kW, von denen die Ladeverluste noch abgezogen werden müssen.

Dabei setzt BMW durchaus Anreize, den elektrischen Streckenanteil möglichst oft zu nutzen. Dafür haben sich die Bayern ein Punktesystem ausgedacht. Für jeden elektrisch zurückgelegten Kilometer gibt es einen Punkt, in Innenstadtzonen zwei. Diese Punkte lassen sich sammeln und in ein Guthaben verwandeln, mit dem der Nutzer an öffentlichen Ladestationen von BMW Charging etwas weniger bezahlt.

Ein genauer Blick auf die Netto-Preise lohnt sich, denn sie haben hier Auswirkung auf die Förderhöhe. Die Bafa zahlt den vollen Zuschuss nur bis zu einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro. Mit 39.874 Euro bekommt nur die 320e Limousine einen Zuschuss von insgesamt 7177 Euro, der sich aus 4500 Euro vom Steuerzahler, 2250 Euro vom Hersteller und 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Herstellernachlass zusammensetzt. Bei allen anderen Modellen, also 320e Touring und 520e, beträgt der Nachlass nur 5981 Euro. Die jeweilige volle Fördersumme im Rahmen eines Leasingvertrags erhält seit Kurzem übrigens nur noch, wer diesen für mindestens 24 Monate abschließt. Offenbar hat eine relevante Zahl von Antragstellern daraus noch ein Geschäftsmodell entwickelt.

Die neuen Modelle dürften BMW im Flottengeschäft weiter stärken, denn für alle gibt es ja – zusätzlich zum Subventionsregen – noch die 0,5-Prozent-Versteuerung für die private Nutzung eines Firmenwagens. Damit wird ein 320e in vielen Fällen vermutlich etwas weniger teuer sein als ein 320d. Der Diesel bleibt eine mögliche Option für alle, die wirklich sehr viel fahren.

Lesen Sie dazu auch einen Test

Was im BMW-Sortiment noch immer fehlt, ist ein Hybridantrieb im 1er. Der Erfolg des Mercedes A 250e dürfte die Verantwortlichen in München aber darin bestärkt haben, intensiv über einen BMW 120e nachzudenken. Sollte sich bei ihm ausreichend Platz für E-Motor und vor allem den Speicher finden, dürften die Vorbereitungen für ein solches Modell bereits fast abgeschlossen sein. Vielleicht rafft sich BMW im Rahmen dessen noch dazu auf, eine Schnellladeoption nachzurüsten. Vorbild könnte auch hier Mercedes sein, denn dort gibt es das zumindest gegen Aufpreis.