Batteriezellen für E-Autos: Daimler kooperiert mit Stellantis und TotalEnergies

Um schneller als geplant an Batteriezellen für Elektroautos zu kommen, steigt Daimler bei der Allianz Automotive Cells Company ein.

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Mercedes EQE

Bei Mercedes soll der Elektromobilität die Zukunft gehören. Dafür investiert der Konzern in den kommenden acht Jahren rund 40 Milliarden Euro.

(Bild: Mercedes)

Von
  • Martin Franz
  • mit Material der dpa

In den kommenden Jahren sollen europaweit zahlreiche Fertigungsstätten für Batteriezellen entstehen. Die europäische Autoindustrie scheint fest entschlossen, sich in diesem Bereich zumindest teilweise unabhängig von chinesischen Zulieferern zu machen. Allein ist das jedoch selbst für die Großen der Branche kaum zu stemmen. Deshalb wachsen die Autohersteller über Allianzen etwas zusammen. Das werden eher langfristige Partnerschaften, denn Entwicklung und Produktion verschlingen enorme Summen, perspektivisch ohne die Chance, sich in diesem Bereich für Kunden entscheidend von anderen Herstellern abzusetzen.

Der Autoriese Stellantis und TotalEnergies haben im September 2020 das Joint Venture "Automotive Cells Company" (ACC) gegründet. Es sollen Batteriezellen weiterentwickelt und auch produziert werden. In diese Allianz steigt nun Daimler ein. Die Pkw-Sparte Mercedes-Benz wird mit einem Drittel gleichberechtigter Anteilseigner.

Mercedes will insgesamt weniger als eine Milliarde Euro investieren, davon im kommenden Jahr einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Zudem wollen die Schwaben Technologie und Produktions-Know-how einbringen. "Gemeinsam mit ACC werden wir Batteriezellen und -module in Europa entwickeln und effizient produzieren – maßgeschneidert auf die spezifischen Anforderungen von Mercedes-Benz", sagte Daimler-Chef Ola Källenius.

Der Schritt erfolgt wenig überraschend, denn dass Mercedes dringend rasch zusätzliche Kapazitäten brauchen würde, war nach der Ankündigung im Juli klargeworden. Der Konzern stellte damals seine langfristige Strategie vor. Dem batterieelektrischen Auto gehört demnach die Zukunft. Spätestens ab 2025 sollen keine Investitionen mehr in Verbrennungsmotoren mehr fließen. Daimler will bis 2030 in der Lage sein, nur noch vollelektrisch angetriebene Mercedes-Benz-Pkw zu verkaufen, "wo immer es die Marktbedingungen zulassen".

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Daimler hatte sich erst im Juli 2021 öffentlich dazu entschlossen, selbst in die Produktion von Batteriezellen investieren zu wollen, um sich die Versorgung seiner Elektroautos zu sichern. Seitdem war Källenius auf der Suche nach Partnern für das Vorhaben, Ende des Jahrzehnts eine Produktionskapazität von mehr als 200 GWh an Batteriezellen pro Jahr auf die Beine zu stellen.

In den kommenden acht Jahren will der Konzern mehr als 40 Milliarden Euro in die Elektromobilität stecken. Die Beteiligung an der Automotive Cells Company ist ein Teil davon. Trotz dieser gewaltigen Summe sah man bei Daimler offenbar keine Chance, die nötigen Produktionskapazitäten allein aufzubauen.

Die Allianz mit dem Stellantis-Konzern, zu dem unter anderem die Marken Peugeot, Citroën, Opel, Fiat gehören, und dem Ölkonzern TotalEnergies ist Teil einer Bestrebung, von chinesischen Batterieproduzenten unabhängig zu werden. ACC will bis Ende des Jahrzehnts nach Angaben von Daimler mindestens 120 GWh an Batteriezellen pro Jahr produzieren. Wie viel davon für Daimler vorgesehen ist, wurde zunächst nicht bekannt. Ab Mitte des Jahrzehnts soll ACC Mercedes-Benz mit Batteriezellen und -modulen aus Fabriken in Deutschland und Frankreich beliefern. Die Gesamtinvestitionen in ACC sollen sich auf mehr als sieben Milliarden Euro belaufen.

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(mfz)