Besser schlafen: Spezielle Matratze arbeitet mit Thermosystem

In einem Proof-of-Concept haben Forscher eine Matratze mit aktiven Wärme- und Kühlflächen entwickelt, um einen erholsamen Schlaf zu fördern.

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Eine zugegeben kleine Anzahl von elf Probanden testete die entwickelte Matratze.

(Bild: Department of Biomedical Engineering, Cockrell School of Engineering, The University of Texas at Austin, Austin)

Von
  • Jan Oliver Löfken

Wohl niemand möchte auf einen gesunden und erholsamen Schlaf verzichten. Daher werben nicht wenige Hersteller von Matratzen und Kissen mit diesem Versprechen. Eine neuartige, aktive Schlafhilfe entwickelten und testeten nun Ingenieure von der University of Texas at Austin. Sie konzipierten ein in eine Matratze integriertes Heiz- und Kühlsystem, das den natürlichen Biorhythmus eines Tages aktiv unterstützt. Mit einer kleinen Gruppe von elf gesunden, männlichen Testpersonen konnten sie die schlaffördernde Wirkung ihres Thermosystems belegen.

Setzt die Schlafenszeit ein, sinkt die Kerntemperatur des Körpers um bis zu ein Grad und Wärme wird über warme Hände und Füße abgeführt. Dieses Phänomen des Schlaf-Wach-Rhythmus konnten Shahab Haghayegh und Kollegen aktiv unterstützen. Dazu fertigten sie eine Matratze, die im zentralen Bereich der Wirbelsäure über Wasser- oder Luftkanäle kühlte und an den Rändern wärmte. Zusätzlich nutzten sie ein Kissen mit integrierter Heizung, um die empfindlichen Wärmesensoren im Nackenbereich schlaffördernd zu reizen.

Im Testlauf baten sie die Probanden, mehrere Nächte lang zwei Stunden früher als sonst gewohnt schlafen zu gehen. Dabei wurde das Thermosystem von Matratze und Kissen mal eingeschaltet und im Vergleich dazu mal nicht aktiviert. Tatsächlich schliefen die Probanden in Nächten mit aktivierten Thermosystem um 58 Prozent schneller ein. Messungen der Hirnströme zeigten zudem, dass auch eine höhere Schlafqualität erreicht werden konnte.

Diese Studie liefert erste Hinweise, dass ein aktives Thermosystem den Schlaf von gesunden Menschen unterstützen kann. Mit elf Probanden ist die statistische Grundlage jedoch ausgesprochen klein und legt weitere Testläufe mit mehr Personen nahe. Interessant könnten solche wärmenden und kühlenden Matratzen für Reisende sein, um die Auswirkungen eines Jetlags zu reduzieren.

Ob Matratzen mit einem aktiven Heiz- und Kühlsystem für einen Massenmarkt taugen, ist wegen höherer Kosten und des zusätzlichen Energiebedarfs eher fraglich. Gerade bei gesunden Menschen sollte ein ausgeglichener Lebenswandel mit beispielsweise ausreichend Bewegung an frischer Luft und einer schlaffördernden, abends eher bescheidenen Ernährung für einen erholsamen Schlaf ausreichen.

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(jle)