Bildung in Zeiten des Coronavirus

In China setzen zahlreiche Schulen und Universitäten aufs Online-Learning – gezwungenermaßen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Bildung in Zeiten des Coronavirus

(Bild: Photo by Dimitri Karastelev on Unsplash)

Von
  • Charlotte Jee

in der Volksrepublik China ist derzeit in vielen Landesteilen Ausnahmezustand. Nicht nur in der vom Coronavirus SARS-CoV-2 besonders stark betroffenen Provinz Hubei mit ihrer Hauptstadt Wuhan ist das öffentliche Leben auf ein Mindestmaß reduziert worden, um die Ansteckungsgefahr mit der Lungenerkrankung COVID-19 zu verringern. Auch in anderen großen Städten wie Peking oder Shanghai sind Schulen und Universitäten genauso geschlossen wie viele Ladengeschäfte.

Um die Bildung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, haben die Behörden nun eine nationale Cloud-Plattform für das Lernen erreichtet. Gleichzeitig werden Unterrichtsstunden für Grundschulkinder über das Fernsehen samt Internet gesendet. Die 180 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen auch dann noch lernen, wenn die Schulen geschlossen sind.

Mitte Februar startete eigentlich ein neues Schulsemester, doch wurde es zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben, um SARS-CoV-2 besser bekämpfen zu können. Die Menschen sollten lieber zuhause bleiben, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, so die Behörden.

Bildung ist in dem Land aber bekanntermaßen enorm wichtig. Und daher haben sich die Schulbehörden verschiedene Maßnahmen ausgedacht. Das zentralisierte Grundschulprogramm läuft direkt im Staatsfernsehen. Wer auf Mittelschule oder Gymnasium geht, kann dagegen auf Online-Plattformen in der Cloud zurückgreifen.

Dort standen in der ersten Woche bereits 169 Lektionen in zwölf Fächern zur Nutzung bereit, basierenden auf dem landesweit geltenden Lehrplan. Die Lehrer sorgen dafür, dass die Cloud-Plattform regelmäßig mit neuem Unterrichtsmaterial versorgt wird.

Damit das alles technisch auch wie gewünscht funktioniert, arbeitet die Regierung mit den drei größten Telekommunikationsunternehmen des Landes zusammen. Das sind China Mobile, China Unicom und China Telecom. Daneben gibt es eine Kooperation mit Internet- und Hardwarefirmen wie Huawei (Handys), Baidu (Suchmaschine) und Alibaba (Handelsplattform). Sie liefern für die E-Learning-Cloud insgesamt 90 Terabyte an Bandbreite und lagern die Daten auf 7000 eigens eingerichteten Servern.

Damit soll es möglich sein, dass 50 Millionen Schüler gleichzeitig auf Inhalte zugreifen können, wie die Behörden im staatlichen Sender CCTV News verkündeten. Daneben gibt es auch Livestreams. Der Dienst namens Dingtalk erlaubt es Lehrern, sich direkt ins Wohnzimmer ihrer Schüler beamen zu lassen. Die Technik stammt von Alibaba. So soll ein möglichst klassennahes Erlebnis geschaffen werden, auch wenn es anfangs noch Probleme bei der Umsetzung gab.

Auch an den Universitäten sind in Zeiten des Coronavirus neue Zeiten aufgezogen. Hier setzt man ebenfalls vermehrt auf E-Learning und hat die Studenten aufgefordert, in ihren Unterkünften zu bleiben.

(bsc)