Brief-Deko

Am Anfang war die Textnachricht, manchmal aufgepeppt durch Smileys. Heute kann man mit den richtigen Tools Nachrichten leicht durch Bilder, Fotos oder Videos einen persönlicheren Anstrich geben.

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Von
  • Diane Sieger
Inhaltsverzeichnis

Viele erinnern sich bestimmt noch an den Beginn der Mobiltelefonie, als die ersten Handys für Privatpersonen auf den Markt kamen und preislich langsam erschwinglich wurden. SMS-Kurzmitteilungen fanden nur kurze Zeit später ihren Weg in die Geräte. Zunächst konnten einige Mobiltelefone zwar Kurznachrichten empfangen, jedoch nicht versenden, was heutzutage nur noch schwer vorstellbar ist. Seither hat sich im Bereich der SMS eine Menge getan – die einfache Aneinanderreihung von Buchstaben wird, insbesondere beim Versenden privater Messages, inzwischen oft als langweilig angesehen. Zum Glück gibt es eine Reihe von iOS- und Android-Anwendungen, die beim Verschönern mobiler Texte helfen.

Nostalgiker schwelgen gern in Erinnerung an ASCII-Art. Bei dieser Kunstform nutzt der Verfasser Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen, um kleine Piktogramme oder ganze Kunstwerke zu zaubern. Das funktionierte auch in mobilen Kurznachrichten, es dauerte jedoch je nach Motiv lange, bis die Handarbeit fertig war. Zudem gab es keine Garantie, dass ein Piktogramm auf dem Empfängerbildschirm exakt so aussah wie beim Verfasser – unterschiedliche Auflösungen und Zeilenumbrüche machten aus manchem Werk eine unübersichtliche Ansammlung willkürlich angeordneter Zeichen. Heutzutage gibt es aber Apps, die Piktogramme bereits versandfertig zur Verfügung stellen.

Ein gelungenes Beispiel ist die iOS-App „Text Pics“ zum Preis von 0,89 Euro. Aus einer umfangreichen Sammlung von Kategorien (Tiere, Feiern, Musik etc.) wählt der SMS-Künstler ein vorgefertigtes ASCII-Bildchen aus, das er per Knopfdruck direkt an einen Kontakt aus dem Adressbuch verschicken oder in die Zwischenablage des Mobiltelefons speichern kann. Letzteres empfiehlt sich, wenn er das Piktogramm noch verändern oder Text hinzufügen möchte. Zusätzlich kann er Lieblingsbilder als Favoriten sichern; eigene Kreationen kann er ebenfalls in den Speicher übernehmen und, wenn er will, mit den Machern der Anwendung teilen.

Android-Nutzern steht als Alternative „Text smileys and Emoticons“ zur Verfügung. Leider ergibt sich bei dieser App regelmäßig das altbekannte Problem mit ASCII-Bildern: Aufgrund unterschiedlicher Bildschirmgrößen und verschiedener Zeilenumbrüche in der Vielfalt der Android-Versionen kann es vorkommen, dass das Bildchen beim Empfänger nicht korrekt erscheint.

Kurztexter, die ihre Nachrichten nicht mit ASCII-Bildchen, sondern mit ansprechendem Design aufpeppen möchten, können ebenfalls auf ein großes Angebot zurückgreifen. Beispielsweise mit poppigen Hintergrundbildern oder Text in bunten Farben und verschiedenen Schriftarten. Für iOS-Geräte empfiehlt sich „Color Text Messages+“. Die Bedienung ist denkbar einfach: Hintergrund, Schrifttyp und -farbe auswählen und Nachricht eintippen, anschließend auf den Pfeil zum Versenden drücken. Dadurch wird die Nachricht als Bild in der Zwischenablage gespeichert und das Nachrichten-Programm geöffnet. Als Nächstes den Empfänger eingeben, das zwischengespeicherte Bild in das Textfeld einfügen und auf „Senden“ drücken. Der Empfänger erhält nun die Nachricht als Image im Gesprächsverlauf.

Kleine Warnung: Die kostenlose Version, die bereits über mehr als 40 verschiedene Hintergrundbilder verfügt, nervt mit Werbeeinblendungen für andere Anwendungen des Herstellers. Da diese als Pop-up fast die gesamte Bildschirmfläche einnehmen und manuell geschlossen werden müssen, ist es unmöglich, sie zu ignorieren. Sobald man jedoch 48 zusätzliche Hintergrundmuster als In-App-Kauf zum Preis von 0,89 Euro erworben hat, fallen diese Werbeeinblendungen weg. Als Alternative bietet sich auch „Color Text Message HD Pro“ an. Die Anwendung bietet im Grunde genommen dieselben Funktionen wie die zuvor genannte App, kostet ebenfalls 0,89 Euro und ist stellenweise sogar etwas einfacher zu bedienen.

Ist der Text zu lang für eine SMS, soll aber trotzdem als etwas Besonderes wahrgenommen werden, lohnt sich ein Blick auf „Email Themes Stationery“ – eine App, die iOS-Nutzer für 0,89 Euro bei der Gestaltung von E-Mails unterstützt. Zwar ist die Bedienerführung nicht die nutzerfreundlichste, wer jedoch den Anweisungen folgt, wird in der Lage sein, Mails mit verschiedenen Hintergründen von nett bis kitschig zu versenden. Ob Blumenfelder, abstrakte Muster oder Feiertagsmotive, hier ist für jeden Anlass etwas dabei.

Sollten die zuvor genannten Möglichkeiten für das Design nicht ausreichen, heißt die Rettung „TextCutie“. Die App bietet eine umfangreiche Sammlung schöner Hintergrundbilder und Schriften zur Gestaltung von Nachrichten. Die Images kann der Anwender direkt aus TextCutie heraus zu Instagram hochladen oder in den Fotostream speichern und von dort aus in Kurznachrichten oder E-Mails einfügen. Zusätzlich können die Bilder in WhatsApp-Chats integriert und in zahlreiche Cloud Services (beispielsweise Dropbox, Evernote oder Google Drive) gespeichert werden. TextCutie gibt es gratis für iOS und Android. Für iOS vereint zusätzlich eine Pro-Version zum Preis von 4,49 Euro alle zur Verfügung stehenden In-App-Käufe.

Leser, denen die Auswahl von Hintergrundbildern, Schriftarten und -farben nach zu viel Arbeit klingt, die jedoch nicht darauf verzichten möchten, ihre Nachrichten durch das Hinzufügen von kleinen Bildern mehr Nachdruck zu verleihen, sollten sich die iOS-App „Emoji Emoticon-Kunst“ anschauen. Die Anzahl verfügbarer Emoticons ist riesig, und umfasst unter anderem Smileys in allen emotionalen Zuständen (glücklich, traurig, verliebt, wütend etc.), aber auch Herzen, Tiere und weitere Symbole, die eine Nachricht visuell aufpeppen. Denbar einfach ist das Einfügen der Emoticons in Kurzmitteilungen, WhatsApp-Nachrichten oder Twitter- und Facebook-Updates: Das gewählte Symbol wird in der Zwischenablage gespeichert und kann durch anhaltenden Klick in das Nachrichtenfeld der gewünschten Anwendung kopiert werden. Zusätzlich zu den Mini-Symbolen verfügt die App über einen Word Maker, der gewünschte Worte aus Smileys zusammenbaut. Außerdem gibt es aus Emoticons zusammengestellte Szenen und Bilder, die man als Sticker versenden kann. Die Auswahl geht weit über das in iOS ab Version 5.0 integrierte Emoji-Keyboard hinaus.

Besonderes Gimmick für die iOS-APP „Emoji“ ist die Funktion „Emoji und Spaziergang“. Um das sichere Texten während des Spaziergangs zu gewährleisten, legt die App das Textfeld über die im iPhone integrierte Kamera. Der Anwender kann so durch das Mobiltelefon hindurchschauen und während des Laufens Nachrichten verfassen, ohne einen Laternenpfahl im Weg zu übersehen.

Sollten Emoticons und flippige Designs nicht ausreichen, um der eigenen Persönlichkeit in Kurznachrichten und E-Mails Ausdruck zu verleihen, hilft die kostenlose iOS-App „Animotions for iMessages“ weiter. Mit ihr kann man kurze Videoaufnahmen produzieren, die automatisch in animierte Gif-Dateien umgewandelt werden. Die Mini-Movies lassen sich innerhalb der App speichern, mit Text versehen und per iMessage oder E-Mail versenden, oder zu Tumblr, Twitter, Facebook oder imgur hochladen. Wer sich selbst in verschiedenen Stimmungen aufnimmt, etwa mit einem breiten Grinsen oder vor Wut kochend, braucht nicht mehr auf anonyme Smileys zurückzugreifen, um Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern den eigenen Gemütszustand mitzuteilen. Natürlich lassen sich auch andere Dinge mit „Animotions for iMessages“ aufzeichnen, das Gähnen des Stubentigers beispielsweise oder das Sprudeln der prickelnden Apfelschorle am heißen Sommertag. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wer statt der integrierten Kurzmitteilungs-Anwendung lieber den „WhatsApp Messenger“ – gratis zu haben sowohl für iPhones als auch für Android-Geräte – zum Chatten nutzt, kann inzwischen ebenfalls eine Reihe interessanter Zusatzangebote nutzen. Um seinem Gesprächspartner beispielsweise eine Zeichnung zu schicken, kann man auf „DrawTo“ zurückgreifen. Die Nutzung der App ist denkbar einfach: kleines Kunstwerk auf der Freifläche erstellen und an WhatsApp (wahlweise auch iMessage, Facebook, Twitter oder E-Mail) senden. Es stehen zwei Optionen zur Verfügung: Entweder, man schickt dem Chat-Partner einen Link, den dieser anklicken muss, um das Mini-Kunstwerk und dessen Erstellung im Browser anzuschauen, oder man fügt das Bild direkt in den Gesprächsverlauf ein. Beides sollte gut ankommen. (ka)