Buchbinden für Maker – mit Haushaltsmaterialien

Um den Tag des Buches zu feiern, binden wir heute ein Hardcover mit Faden- und Klebebindung. Dafür benutzen wir Materialien, die man bestimmt zu Hause hat.

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Von
  • Stella Risch
Inhaltsverzeichnis

Es gibt sehr viele verschiedene Arten, ein Buch zu binden und ihm auf diese Weise eine Form zu geben. Heute, am Welttag des Buches, möchte ich die bekanntesten Techniken vorstellen und anschließend eine Hardcover-Version der Make binden – im Miniaturformat.

Ringbindung

Die einfache Ringbindung kennen bestimmt viele von ihren Collegeblöcken aus der Schulzeit. Sie lässt sich gut zu Hause umsetzen. Dafür kann man fertige Buchringe kaufen und von Hand zusammendrücken. Oder man besorgt sich dafür eine Ringbindemaschine – ich liebe ja Profi-Werkzeug und -Maschinen, hier muss man allerdings abwägen, ob das wirklich nötig ist. Es gibt die Geräte schon ab ca. 40 Euro online zu kaufen. Die Maschine locht das Papier und bringt anschließend eine Kunststoff- oder Metallringbindung ein. So kann man innerhalb weniger Minuten Papiere miteinander verbinden.

Viele Bastler:innen kennen bestimmt auch die Japanische Fadenbindung. Sie wird mit wenigen Fadenstichen ca. einen Zentimeter breit am Rand angenäht und wirkt durch die geraden Linien geometrisch und dekorativ. Sie ist erstaunlich schnell durchführbar. Ein Nachteil: Die Bindung benötigt dafür viel Platz am Rand des Buchblocks und man kann das Buch deshalb nicht schön flach aufschlagen. Ich habe sie vor einiger Zeit ausprobiert und festgestellt, dass sie – wenn man mit dem Ergebnis zufrieden sein möchte – sehr akkurat gearbeitet sein muss und die Fadenspannung nicht zu lasch sein sollte. Bei ihr sieht man kleine Fehler sehr schnell.

Eine Klammerbindung (wie mit Tackerklammern) ist eine weitere schöne und simple Option für das Buchbinden zu Hause. Unser Make Picaxe Special ist zum Beispiel damit gebunden. Wenn man sie selbst zu Hause durchführen möchte, muss man allerdings die Bögenanzahl beachten. Ein sogenannter Bogen besteht immer aus vier Seiten. (Ist das Papier für die Broschüre zum Beispiel DIN A3 groß und die Broschüre an sich DIN A4, dann passen auf den Bogen vier DIN A4 Seiten). Unser Special hat zum Beispiel 80 Seiten, das heißt 20 Bögen – also auch zwanzig Lagen Papier, die der Tacker bewältigen muss. Das sind ziemlich viele. Zu Hause sollte man mit seinem Tacker eher unter 15 Blättern bleiben. Dafür kann man Tests mit einem ganz normalen Bürotacker machen. Wenn man aber eine A4-Broschüre tackern möchte, wird man schnell feststellen, dass der gewöhnliche Tacker nicht lang genug ist, um die Tackernadeln schön mittig anzubringen.

Für große Formate gibt es Langarmhefter mit einer Einlegetiefe von circa 30cm für A3 (wird gebunden zu A4) für circa 50 Blatt. Dafür zahlt man um die 15 Euro. Also eine weitere halbwegs günstige Variante, bei der sich die Seiten gut aufschlagen lassen. Natürlich gibt es für diese Arbeit wieder ein Profigerät, das es vielleicht in manch einem Büro oder Makerspace gibt: Große Farblaserdrucker, wie zum Beispiel der Ricoh Aficio MP C3500, haben eine Einheit, die Booklets falten und an verschiedenen Positionen tackern kann.

Make PICAXE Special

Mehr zum Thema gibt es im Make: PICAXE Special.

Eine herkömmliche Make ist mit einer Klebebindung gebunden. Das machen wir allerdings nicht Maker-mäßig von Hand, sondern professionell in der Druckerei. Aber eine Klebebindung kann man wunderbar zu Hause machen. Dafür gibt es große Klammern und Spezialkleber, der auf die Faltkanten der zusammengedrückten Seiten aufgetragen wird. Der Kleber ist nach dem Trocknen flexibel und verliert etwas an Farbe, sodass er nicht auffällt, wenn er am Rand zu sehen ist. Als Cover bekommen Magazine noch ein dickeres, gestrichenes und glänzendes Papier verpasst. Das gibt ihm dann das Hochglanzfeeling. Diese Buchbindetechnik lohnt sich besonders – im Gegensatz zu der Klammerbindung – wenn viele Seiten untergebracht werden sollen. Durch die vielen Seiten entsteht dann auch der klassische Buchrücken, der beim Anfertigen des Covers in der Breite mit bedacht werden muss.

Klebebindung

Heute möchte ich mit etwas maschineller Hilfe und Mitteln, die die meisten Maker wahrscheinlich zu Hause haben, zu einem schönen und professionell wirkenden Ergebnis kommen. Dafür werde ich eine Fadenbindung mit Klebebindung kombinieren und mir eine eigene kleine Mini-Make binden. So möchte ich meine Artikel, die bisher in der Make erschienen sind, besonders schick präsentieren. Falls ihr zu Hause mitmachen wollt: Der Klassiker des Buchbindetutorials ist das Notizbuch. Ihr könnt euch mit einfachem Kopierpapier oder mit liniertem Papier ein eigenes Notizbuch binden oder zum Beispiel einen Kalender basteln (Vorlagen zum Drucken gibt es oft kostenfrei im Internet).