Buchrezension: Java Challenge

Michael Inden fordert Leserinnen und Leser heraus, sich einigen Java-Herausforderungen zu stellen – und das nicht nur als Vorbereitung auf ein Jobinterview.

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Buchbesprechung: Java Challenge
Von
  • Michael Müller

Michael Inden
Java Challenge
Fit für das Jobinterview und die Praxis – mit mehr als 100 Aufgaben und Musterlösungen
dpunkt 2020
XXII + 577 Seiten, 34,90 Euro
ISBN: 978-3-86490-756-2

Michael Inden, der Autor von "Der Weg zum Java Profi" und "Java – die Neuerungen" hat ein weiteres Buch zum Thema Java geschrieben. Der erste Teil des Untertitels "Fit für das Jobinterview" deutet an, dass das Buch Relevanz für ein Assessment habe. Der Rezensent hat jedoch keine derartigen Erfahrungen, weder aus Interviews, zu denen er geladen war, noch aus jenen, die er selbst geführt hat. Er widmet sich daher stärker dem zweiten Teil des Untertitels "und die Praxis", der interessante Einblicke in die Arbeit mit Java verspricht. Dabei stellt sich allerdings spontan die Frage, inwieweit sich "Java Challenge" von den bisherigen Werken des Autors unterscheidet?

Das vorliegende Buch verfolgt tatsächlich einen anderen Ansatz. Während Inden in seinen vorangehenden Büchern vornehmlich erklärt hat, fordert er Leserinnen und Leser diesmal in unterschiedlichen Kategorien heraus. Dabei erinnert "Java Challenge" ein wenig an ein Arbeitsbuch zum passenden Lehrbuch. Es ist aber auch solo einsetzbar, denn der Autor reicht zu jeder Kategorie einige erklärende Sätze nach. Diese dienen der Vorbereitung auf das, was dann kommt: nämlich eine ganze Latte von Fragen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Sie sollen dazu anregen, selbst Lösungen zu erarbeiten. Daher verzichtet der Autor auch zunächst darauf, zu jeder Frage die passende Lösung zu liefern.

(Bild: dpunkt.verlag)

Erst nachdem sich Leserinnen und Leser über viele Seiten hinweg mit zahlreichen gestellten Aufgaben auseinandersetzen mussten, wiederholt Inden die einzelnen Fragen, um dann tatsächlich zu jeder auch mindestens eine geeignete Lösung zu präsentieren. Dabei geht es ihm nicht nur darum, die Aufgabe zu lösen, vielmehr bespricht er auch mögliche Optimierungen, stellt mehrfach eine kompakte Lösung einer leichter lesbaren Programmierung gegenüber und überprüft einen Teil der Lösungen mit dem passenden Unit-Test. So eignen sich Leserinnen und Leser nicht nur Coding-Fähigkeiten an, sondern können auch gleich den Weg zu Clean Code und Test Confirmed Development einschlagen.

Die Aufgaben hat Inden in zwei Bereiche aufgeteilt: Grundlagen und fortgeschrittene Themen. Zu den Grundlagen gehören beispielsweise diverse Zahlenspielereien, Strings, Datumsverarbeitung, aber auch Rekursion und grundlegende Datenstrukturen. Im zweiten Teil geht er dann nochmals intensiver auf Rekursion ein und bietet Aufgaben zu Binärbäumen, Suchen und Sortieren. Aus dieser kurzen Themenübersicht vermag man ablesen, dass hier die klassischen algorithmischen Fähigkeiten von Softwareentwicklerinnen und -entwicklern im Vordergrund stehen, bis hin zum Fortsetzen beziehungsweise Auffrischen von Uni- oder Ausbildungskenntnissen. Was leider fehlt – und das kennt der Rezensent aus persönlichen Interviews –, ist das Erkennen der Funktionalität von ungewöhnlich programmierten Codeschnipseln.

Insgesamt ist Inden mit "Java Challenge" dennoch ein solides Werk gelungen. Das Buch will aber nicht einfach nur gelesen, sondern muss erarbeitet werden, damit es die volle Wucht des Lernerfolges entfalten kann.

Michael Müller
ist als Bereichsleiter Softwareentwicklung der InEK GmbH verantwortlich für Projekte im Web-, Java- und .NET-Umfeld. Daneben betätigt er sich als freier Autor und verfasst Fachartikel zu diversen Entwicklungsthemen sowie Buchrezensionen.

[Anmerkung d. Red.: Der dpunkt.verlag als Herausgeber des Buchs ist Teil der Heise Gruppe]

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