Bundestagswahl 2021: Was Staat und soziale Medien gegen Fake-News unternehmen

Bei Politikern und Onlinediensten wachsen die Sorgen vor Desinformationskampagnen, die das Wahlergebnis beeinflussen könnten. Betreiber halten mit KI dagegen.

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(Bild: Albert Hulm)

Von
  • Holger Bleich
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Am 19. April 2021 hatte die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock ihre Kandidatur zur Kanzlerschaft bekannt gegeben. Schnell war klar, dass sie sich im Vorfeld der Wahl (26. September 2021) einiges würde anhören müssen. Daran ließen insbesondere radikale Kreise in den sozialen Medien keinen Zweifel. Man kann Facebook & Co. mitunter prima als Seismografen nutzen. Diesmal kamen die ersten Ausschläge besonders schnell – und heftig.

In sogenannten Sharepics, die vor allem in Gruppen auf WhatsApp und Facebook die Runde machten, wurde Baerbock nur wenige Tage später mit Unwahrheiten diskreditiert. Ein angebliches Nacktfoto sollte auf "Jugendsünden" der Politikerin hinweisen, erfundene Zitate heizten die Stimmung in rechten Gruppen an. Mal soll sie aus ökologischen Gründen ein Haustierverbot fordern, dann wieder wolle sie die Witwenrente abschaffen, um mit den gesparten Ausgaben Geflüchtete zu unterstützen.

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Fast nie lässt sich der Ursprung solcher gezielten Desinformationen ermitteln. Im Nachgang der Bundestagswahl 2017 hatten die Forscher Alexander Sängerlaub, Miriam Meier und Wolf-Dieter Rühl in einer Studie der Stiftung Neue Verantwortung (SNV) Verbreitungswege von Fake News – insbesondere der schnell konsumierbaren Sharepics – ergründet. Ihr Ergebnis: "Fake News, so wie sich das Phänomen in Deutschland empirisch darstellt, werden vor allem von Rechten, Rechtspopulist:innen und Rechtsextremen verbreitet."

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