Corona-Forschung: Neuartiger Impfstoff könnte gegen fast alle Varianten helfen

Nanopartikel-Impfstoff mit nicht-mutierten Virusstücken könnte die Abwehr so trainieren, dass sie auch künftige Erreger-Varianten erkennt.

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Der potenzielle Universalimpfstoff gegen Covid setzt sich aus 60 Spike-Proteinen (bunt) des Virus zusammen. Über die grauen Strukturen verbinden sich die Spike-Proteine miteinander.

(Bild: Caltech)

Von
  • Adam Piore

Ein Universalimpfstoff-Kandidat gegen Corona scheint auch gegen Sars-CoV-2-Stämme zu schützen, die im Vakzin gar nicht verwendet wurden. Das berichtet das Magazin MIT Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 8/2022 (im heise shop und ab sofort im Handel erhältlich). Die weitreichende Immunisierung gelang den Forschern um Alexander Cohen vom California Institute of Technology (Caltech) dadurch, dass sie das Immunsystem von Mäusen und nichtmenschlichen Primaten auf das Erkennen von sogenannten konservierten Virusbereichen des Spikeproteins trainierten.

Diese Abschnitte verändern sich nicht ständig durch Mutationen. Sie bleiben nicht nur von Variante zu Variante weitgehend gleich, sondern decken sich auch über Artengrenzen hinweg. Bisherige Corona-Impfstoffe machen auf die variablen Spike-Bereiche aufmerksam, die sich durch Mutationen oft verändern, weil sie für Antikörper besser zugänglich sind. Allerdings erfordern solche Impfstoffe eben häufige Anpassungen.

Dieser Text stammt aus: MIT Technology Review 8/2022

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Weil aber das Immunsystem konservierte Antigenbereiche schlechter erkennt als die variablen Regionen, schufen Cohen und Kollegen eine neue Art von Nanopartikel-Impfstoff. Auf seiner Oberfläche lassen sich bis zu 60 verschiedene Antigene befestigen und dem Immunsystem zum Training vorlegen. Wie die Forscher im Juli im Fachjournal "Science" schrieben, schützte ihr Nanopartikel-Impfstoff die Versuchstiere nicht nur vor den Delta- und Beta-Covid-19-Varianten, sondern schirmte sie sogar vor menschlichen Sars-CoV-1-Viren ab.

(vsz)