Corona-Impfung von Moderna: Positive Zwischenergebnisse erster klinischer Studie

Unter Hochdruck wird an einem Impfstoff gegen Covid-19 geforscht. Ein Kandidat auf mRNA-Basis zeigt nach ersten Studien-Daten weiter gutes Potenzial.

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(Bild: CDC)

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Der Medikamenten-Hersteller Moderna hat ermutigende Zwischenergebnisse einer Phase-1-Studie zu seinem experimentellen Impfstoff gegen Covid-19 veröffentlicht. Sie sprechen dafür, dass die Impfung das Potenzial hat, bei Menschen eine Immunität gegen den Erreger herbeizuführen.

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Moderna ist spezialisiert auf Impfstoffe, die eine Immun-Reaktion auf Grundlage von mRNA hervorrufen, also der genetischen Instruktionen, nach denen sich ein Virus im Wirtsorganismus vermehrt. Neuartige Impfstoffe wie der von Moderna gegen Covid-19 lassen sich zwar rasch vorbereiten. Bislang ist aber noch keiner davon zum Verkauf zugelassen worden.

In klinischen Studien der Phase 1 soll festgestellt werden, ob der untersuchte Wirkstoff sicher ist oder nicht – die Wirksamkeit wird dabei noch nicht gezielt getestet. Trotzdem fallen dabei manchmal erste Erkenntnisse über das Therapie-Potenzial an. Die noch laufende Studie von Moderna begann im März und umfasst 105 Teilnehmer. Jeder bekommt entweder zwei Injektionen mit 25 Mikrogramm oder mit 100 Mikrogramm des Impf-Kandidaten (mit vier Wochen Abstand) oder eine Einzeldosis von 250 Mikrogramm.

Für acht Probanden im Alter von 18-55 Jahren, davon je vier mit 25- und 100-Mikrogramm-Dosen, hat Moderna Antikörper-Daten veröffentlicht. Demnach bildeten die Teilnehmer mit der geringeren Dosis in etwa so viele neutralisierende Antikörper aus wie genesene Corona-Patienten; bei der höheren Dosis lag das Niveau sogar "deutlich darüber". Auch negative Auswirkungen wurden beobachtet, waren laut Moderna aber "vorübergehend und legten sich von selbst".

Die Ergebnisse sind ermutigend, aber aus einer Studie der Phase 1 kann man keine weit reichenden Schlüsse ziehen, zumal nicht mit Daten von nur acht Probanden. Die FDA hat Moderna bereits eine Phase-2-Studie genehmigt, in der biologische Auswirkungen auf Patienten getestet werden; darin soll es auch eine mittlere Dosis von 50 Mikrogramm geben. Phase 3 könnte im Juli folgen. Schon im Herbst könnte die Behörde eine Notfall-Freigabe für den Impfstoff erteilen, berichtet das Wall Street Journal – aber nur, wenn alle Studien wie erhofft verlaufen, was längst noch nicht klar ist.

(sma)