Wie Fleisch aus dem Labor preiswert werden könnte

Gezüchtetes Fleisch aus dem Labor ist immer noch zu teuer. Mischt man es aber mit pflanzlichem Fleischersatz, könnte es den Sprung auf unsere Teller schaffen.

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(Bild: Kate Dehler)

Von
  • Niall Firth
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Vor zehn Jahren wurde Jessica Krieger Veganerin, nachdem sie einen Dokumentarfilm über grausame Schlachtpraktiken sah. Sie hätte es wie viele andere dabei bewenden lassen können. Doch die angehende Neurowissenschaftlerin sorgte sich auch über den Beitrag der Fleischindustrie zum Klimawandel. Und als ihre Versuche, Freunde und Familie ebenfalls vom Fleischverzicht zu überzeugen, scheiterten, da „habe ich es vorgezogen, lieber eine verrückte Idee zu verfolgen, als nichts zu tun.“

Krieger stürzte sich in ein Randgebiet der Biotech-Forschung: das Züchten und Ernten von essbaren Tierzellen. Die Technologie verspricht den Geschmack und die Textur von Fleisch zu reproduzieren, ohne empfindungsfähige Lebewesen töten zu müssen – und ohne die enormen Umweltkosten für ihre Aufzucht. Gezüchtetes Fleisch verbreitet keine Krankheiten und braucht keine Antibiotika, die arzneimittelresistente Bakterien erzeugen, betonen seine Anhänger.

Heute ist gezüchtetes Fleisch, das auch cultured, clean oder artificial meat genannt wird – kein Randgebiet mehr, sondern eine aufstrebende Branche. Die Zahl der Start-ups, die sich mit kultiviertem Fleisch beschäftigen, ist von gerade mal vier in 2016 auf 55 in 2020 gesprungen. Sie entwickelten bislang mindestens 15 neue künstliche Tierfleisch-Arten: Schweinefleisch, Garnelen, Hühnchen, Enten, Lamm und sogar Foie gras lassen immer mehr Investoren anbeißen.

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