Das perfekte Laden von E-Autos: Plug & Charge nach ISO 15118-20

Vorbild beim Laden ist Tesla. Porsche und Audi aber sind kurz davor, gleichzuziehen. Mit der Weiterentwicklung von Plug & Charge könnten sie sogar überholen.

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Der Porsche Taycan des Modelljahrs 2021 (Auslieferung seit Ende Oktober 2020) ist Plug & Charge-fähig nach ISO 15118. An Ionity-Säulen erfolgt die Identifikation und Freischaltung automatisch. Außerdem ist die Integration des Ladens im Routenplaner nochmals verbessert worden.

(Bild: Porsche)

Von
  • Christoph M. Schwarzer
Inhaltsverzeichnis

Das Vorbild und die Messlatte beim Laden und der Routenplanung ist nach wie vor Tesla: Das Navigationssystem integriert die Supercharger genannten Schnellladestationen automatisch. Es errechnet präzise die beste Strategie für die Ladestopps. An den Superchargern selbst ist lediglich das Einstecken des Kabels in die Buchse am Elektroauto notwendig: Die Identifikation des Halters sowie die Freischaltung des Stroms funktionieren per Software. Währenddessen wird im Zentraldisplay der Preis in Euro und Cent angezeigt. Bequem, komfortabel und transparent. Das ist das perfekte Laden und ein Kaufargument für Tesla. Die Konkurrenz hat das begriffen. Besonders Audi und Porsche. Das Stichwort für die Software zum Gleichziehen und potenziell zum Überholen: Plug & Charge nach ISO 15118.

Teslas Vorteil war und ist bis heute das proprietäre System der Supercharger-Parks. Das kalifornische Unternehmen kümmert sich selbst um die Schnellladesäulen. Das macht nur Tesla so. Der Rest der Elektroauto-Industrie dagegen verlässt sich auf Infrastrukturunternehmen: Oft sind es klassische Stromversorger wie die EnBW oder EWE, die Ladepunkte aufbauen und betreiben (abgekürzt CPO für Charge Point Operator). Erst mit Ionity, einem Joint Venture der deutschen Autokonzerne sowie Ford und Hyundai, entstand ab 2017 ein Wettbewerbsnetzwerk zu den Superchargern in Eigeninitiative. In Einzelaspekten ist es inzwischen an Tesla, wieder gleichzuziehen: So bieten die Ionity-Säulen eine Ladeleistung von bis zu 350 kW an. Ein Wert, der erst an der nächsten Generation von Superchargern erreicht wird. Aktuell schöpft diese Ladeleistung allerdings kein aktuelles E-Auto aus.

Lesetipp der Redaktion

Um das gleiche Ladeerlebnis wie Tesla – also das simple Einstecken mit automatischer Identifikation und Freischaltung – zu erreichen, müssten theoretisch sämtliche Elektroautos und Ladepunkte über die gleiche oder zumindest uneingeschränkt kompatible Software sowie der dafür erforderlichen Hardware verfügen. Weil das rückwirkend kaum und für die Zukunft nur sukzessive machbar ist, fangen Audi, Porsche und Ionity jetzt an.

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