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Deutschland im Deep Web: Wie das größte deutsche Darknet-Forum aufflog

Der DiDW-Betreiber Luckspax wurde zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am Ende wurden ihm Spenden und eine Falle zum Verhängnis.

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(Bild: Frank Leonhardt/dpa)

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Es war ein Zugriff wie aus einem Hollywood-Streifen: Am Abend des 8. Juni 2017 durchbrach um 21:08 Uhr ein Rammbock der Spezialeinheit GSG-9 die Tür zu einer Wohnung in Karlsruhe. Schwer bewaffnete Beamte stürmten in den Raum und überwältigten binnen Sekunden den gerade am Computer beschäftigten Bewohner.

Damit war das größte deutschsprachige Darknet-Forum "Deutschland im Deep Web" (DiDW), in dem der Holocaust geleugnet, Verschwörungstheorien verbreitet und Drogen und Waffen verkauft wurden, Geschichte. c’t hatte undercover und über Informanten Kontakt zu Luckyspax, wie sich der Betreiber nannte, dem Sicherheitsexperten Blab, der nun verzweifelt gesucht wird, sowie zu mehreren Händlern und Benutzern. So konnten wir die Tiefen des deutschen Darknets ausloten.

Zu dem Prozess um das Darkweb-Forum auch bei heise online

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Im Prozess um das Darkweb-Forum DiDW wurde Luckyspax inzwischen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Laut Landgericht Karlsruhe habe sich der 31-jährige Informatik-Student, der im realen Leben Alexander U. heißt, unter anderem der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Der Attentäter, der im Sommer 2016 am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen tötete, hatte den Verkäufer der Tatwaffe über das Darknet-Forum des nun Verurteilten kennengelernt. Der Waffenhändler Philipp K. wurde bereits Anfang des Jahres zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Im Prozess ging es vor allem darum, die Mitverantwortung des Forumsbetreibers zu untersuchen.

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