Zurück in die Zukunft: Die Alltagszeitmaschine

Das musste ja passieren: Der Fluxkompensator ist ausgefallen – gerade, als wir mit dem Fotografieren anfangen wollen! Wir befinden uns in einer sonnenaufgeheizten Faltgarage im Münsterland. Darin steht eines dieser Autos, die jedes Kind der Achtziger kennt: ein DeLorean DMC-12...

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Zurück in die Zukunft - DeLorean DMC-12

(Bild: Ingo Rappers)

Von
  • Clemens Gleich
Inhaltsverzeichnis

Der DeLorean - das silbern glänzende Zeitreisemobil von Marty McFly und "Doc" Brown und das einzige Modell des Herstellers. Der DeLorean war weder ein gutes noch ein schnelles Auto. Doch er war cool. Seine futuristische Keilform von Italdesign Giugiaro S.p.A. in Verbindung mit Flügeltüren und einer unlackierten Karosserie aus gebürstetem Edelstahl brachte ihm den Platz in der Filmtrilogie "Zurück in die Zukunft" ein. Im ersten Story-Entwurf sollte noch ein Kühlschrank als Zeitmaschine zum Einsatz kommen, die in der Vergangenheit ihre benötigte Leistung aus einer Atombombenexplosion aufnehmen sollte. Der Kühlschrank beunruhigte jedoch den Produzenten Steven Spielberg. Er fürchtete, Kinder könnten sich nach dem Film in Kühlschränken einsperren. Außerdem gefiel den Filmemachern die Idee einer beweglichen Zeitmaschine.

Replika DeLorean DMC-12 aus Zurück in die Zukunft (11 Bilder)

Josefs Hesses "Time Machine Convertible" in voller Pracht.
(Bild: Ingo Rappers)

Die Wahl fiel schließlich auf John Z. DeLoreans futuristisches Auto, denn das sah so futuristisch aus, dass sie sogar einen UFO-Gag herausholen konnten (Farmer Peabody bekämpft den DeLorean-Raumfahrer mit seiner Schrotflinte). Da der DMC-12 nur wenige Käufer fand, war er obendrein günstig. Lange Zeit danach blieb der DeLorean auch am Gebrauchtmarkt günstig: dort gab es ebenfalls wenige Interessenten. Langsam erreichen jedoch viele damalige Fans der Filme das Alter, in dem sie sich einen Jugendtraum leisten können, sodass die Preise für die nur in einer Stückzahl von knapp 8.600 gefertigten DeLoreans seit einigen Jahren nur noch steigen. Wirklich günstig findet man in Deutschland keinen mehr. Die Angebote im Internet starten bei gut 40.000 Euro.

Wer einen hat, wird viele neue soziale Kontakte knüpfen. Du kannst heute keinen DeLorean mehr fahren, ohne dass die Leute an der Ampel wild fotografierend nach dem Fluxkompensator fragen. Der, um auf den Anfang zurückzugreifen, eben gerade nicht funktioniert.

Bastler Josef Hesse schraubt Panels ab, um den Fehler zu suchen. Das gehört eben zum Basteln dazu. Dr. Emmett Brown musste auch ständig Fehler ausbügeln, und das ist wahrscheinlich der realistischste Aspekt der ganzen Filmreihe. Eine geleckte Zeitmaschine, bei der alles auf Anhieb funktioniert, würde mich misstrauisch machen. Ich habe jedoch den Eindruck, dass Josef genau das vorschwebt: "Ich habe den DeLorean schon geliebt, seit ich ihn das erste Mal sah. Aber als ich die ersten Nachbau-Zeitmaschinen sah, dachte ich: Das müsste man besser machen." Eine wirklich geleckte, perfekt funktionierende Zeitmaschinen-Replika kann es sowieso nicht geben, denn dazu ist der DeLorean an sich viel zu unzuverlässig: "Der braucht häufige Wartung, wenn du den fahren willst. Da ist immer was kaputt." Wer das echte Leben mit einem DeLorean kennt, wundert sich überhaupt nicht, warum die Karre im Film ständig Probleme macht. Josef pflegt gleich zwei dieser Problemkinder: einen DeLorean seines Freundes Oliver Wirtz, den er zusammen mit ihm als dauerhafte Zeitmaschine beschraubt, die dann auf Messen steht, und einen eigenen DeLorean, mit dem er auch zum Brötchenholen fährt. Der ist eine Teilzeitmaschine mit Anbauten, die spurlos entfernbar sind. Er bezeichnet sie als Time Machine Convertible.