Die Gefühlswelt der Tiere

Dass Tiere Emotionen haben, weiß jeder, der sich mit ihnen beschäftigt – nur wo verbergen sich Gefühle im ­Netzwerk ihres Gehirns? Forscher suchen Antworten.

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(Bild: Shutterstock)

Von
  • Christian Honey
Inhaltsverzeichnis

Ich bin müde von der langen Fahrt von Berlin an das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen. Unter anderen Umständen würde ich mich jetzt hinlegen und schlafen. Stattdessen bin ich hellwach, innerlich etwas angespannt, freue ich mich aber trotzdem auf das Interview mit Drew Robson und Jennifer Li – und bin damit eigentlich schon mittendrin in dieser Geschichte. Denn Robson und Li erforschen die biologischen Ursprünge von „internen Zuständen“ wie Motivationen, Antrieb, Emotionen, die ich an diesem Morgen in Tübingen erlebe.

Interne Zustände begleiten unser Leben auf Schritt und Tritt, manchmal sehr auffällig, noch öfter jedoch ganz unbemerkt. Sie prägen unser Denken, unsere Wahrnehmung und steuern unsere Körperfunktionen, wir schauen „durch die rosarote Brille“, „lassen die Sau raus“ oder „laufen vor Scham rot an“.

Die beiden Hirnforscher aus Tübingen wollen herausfinden, ob solche Gefühlswelten auch im Neuronen-Gewitter des Gehirns von Tieren auftreten. Denn Menschen können zwar darüber reden, lassen sich aber ungern den Schädel öffnen und ins Gehirn schauen, um die genauen Mechanismen dahinter zu enthüllen. In Tieren wie Fruchtfliegen oder Zebrafischen ist das einfacher. Und tatsächlich haben Forscher in der Hirnaktivität dieser scheinbar „primitiven“ Wesen Hinweise auf ein erstaunlich reiches Innenleben gefunden.

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