Die Kraftklaue

Das Start-up Vivoxie will die VR um Wahrnehmungen von Hitze, Kälte und Oberflächenstrukturen bereichern.

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Von
  • Reiner Wandler

Das Start-up Vivoxie will die VR um Wahrnehmungen von Hitze, Kälte und Oberflächenstrukturen bereichern.

In neue Dimensionen der virtuellen Realität vorzustoßen – damit verbinden viele US-Firmen oder asiatische Elektronikproduzenten. Nun aber macht sich ein mexikanisches Unternehmen daran, das – immer schon etwas einseitige – Bild zu korrigieren. Die Firma Vivoxie will die virtuelle Realität um Wahrnehmungen von Hitze, Kälte und Oberflächenstrukturen bereichern. Jüngst stellte sie den Prototyp ihres Produktes vor: einen Handschuh mit dem Namen Power Claw, Kraftklaue.

Der Spieler schlüpft in die Handschuhe, wird an den Computer angeschlossen und mit der Oculus-Rift-Brille vor Augen geht es los. In einem Demo-Game sieht er seine Hände in Echtzeit: Er greift nach Feuer, es wird heiß. Er nähert sich Eis, und es wird kalt. Objekte können geworfen werden. Oberflächen und Vibrationen werden spürbar.

Bei der Entwicklung wurde Vivoxie von verschiedenen Universitäten und der Technischen Hochschule Itesco unterstützt. Wie die Technik indes genau funktioniert, darüber schweigt sich das Unternehmen aus. Nur so viel sei verraten: "Die Sensation von Hitze zu erzeugen ist einfach. Wir nutzen den elektrischen Widerstand der Materialien, um die Temperatur zu erhöhen. Und für die Kälte verwenden wir Kühlelemente."

Bisher verbrauchen die Handschuhe viel Strom und müssen deshalb mit Kabeln angeschlossen werden. Ob es gelingen wird, das Tool mit einer drahtlosen Technik auszustatten, ist noch nicht klar.

Vivoxie hofft nun, dass Spieleentwickler Software für die Power Claw herausbringen. Die Mexikaner gehen aber davon aus, dass ihre Handschuhe auch für Bildung, Medizin und Industrie interessant sind. Bereits Mitte 2016 soll die Power Claw voraussichtlich für 399 US-Dollar auf den Markt kommen. (bsc)