Die Mär vom sauberen Erdgas

Methan gilt als der letzte fossile Energieträger mit Zukunft, als Brücke zur CO2-freien Wirtschaft. Doch der Rohstoff ist schmutziger, als vielen lieb ist.

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Symbolbild. Ein Tanker unweit der dänischen Küste.

(Bild: Andrey Sharpilo (unsplash))

Von
  • Bernward Janzing
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Im Jahr 2030 sollen erneuerbare Energien 65 Prozent des Strommixes ausmachen – das ist das Ziel in Deutschland. Das heißt aber umgekehrt: 35 Prozent stammen weiterhin aus fossilen Quellen. Da für die Atomkraft und die Kohle im Land das Ende besiegelt ist, bleibt also nur noch Erdgas.

Auch im Wärmemarkt soll vor allem Erdgas den fossilen Anteil abdecken. Hält die Entwicklung an, werden die im Jahr 2050 noch verbleibenden CO2-Emissionen – Ziel ist eine Senkung um 80 Prozent – allesamt vom Erdgas stammen. Doch ist dieser Erdgas-Pfad klimapolitisch sinnvoll? Es kommt darauf an, welche Schlüsse man daraus zieht, meint Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Gut sei, die bestehende Gasinfrastruktur weiter zu nutzen, vor allem wegen ihrer hohen Speicherkapazität.

Als eine der weltweit größten Speichernationen hält Deutschland in 47 Gasspeichern 230 Terawattstunden vor. Weniger sinnvoll sei jedoch, jetzt noch in die Technologie zu investieren: Die neue Gaspipeline Nord Stream 2 aus Russland etwa würde nur die fossile Energieversorgung weiter zementieren. „Die ist für 50 Jahre kalkuliert, aber bis dahin müssen wir auch vom Erdgas weg sein“, sagt Quaschning. Die Pipeline sei, wenn man Klimaschutz ernst nehme, „eine Fehlinvestition“.

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