Diebstahl von IT-Geräten ist häufigste Sicherheitslücke - Statistik der Woche

Unsere Infografik zeigt, von welchen IT-Sicherheitslücken deutsche Firmen betroffen sind. In Zeiten von fehlenden Fachkräften sind diese Vorfälle gravierend.

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Fachkräftemangel
Von
  • René Bocksch

Deutschland mangelt es an Fachkräften. Auch die IT-Branche ist vor dem akuten Personalmangel nicht sicher. Laut einer Bitkom-Umfrage unter Firmen im Bereich der Informationstechnik, hat der Fachkräftemangel 2022 einen neuen Höchststand erreicht. In der deutschen Gesamtwirtschaft gibt es Stand September rund 137.000 zu besetzende IT-Stellen – rund 50.000 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Die Corona-Pandemie hatte den Fachkräftemangel in den Jahren 2020 und 2021 leicht abgemildert. 2020 waren 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte offen, 2019 waren es noch etwa 124.000.

Statistik der Woche

(Bild: 

shutterstock/3dmask

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In unserer wöchentlichen Rubrik präsentieren wir Zahlen, Kurven und Diagramme aus Technologie und Wissenschaft.

Bereits 2021 hatten mehr als drei Viertel der Unternehmen, die nach IT-Fachkräften suchten, Probleme bei der Stellenbesetzung, meldet das Statistische Bundesamt. Zeitgleich nehmen IT-Sicherheitsvorfälle in Deutschland weiter zu. Eine weitere Bitkom-Studie aus dem Frühjahr 2022 verdeutlicht, wie häufig deutsche Unternehmen von Cyber-Vorfällen betroffen sind. Das fehlende Personal könnte einer der Gründe sein, wenn solche Vorfälle erst spät entdeckt werden. Demnach haben in den 12 Monaten vor der Umfrage rund 69 Prozent der teilnehmenden Unternehmen einen Diebstahl von IT-Geräten gemeldet, Daten- und Informationsdiebstahl kam bei 63 Prozent aller Betriebe vor. Auch das Ausspähen der digitalen Kommunikation und Sabotage der Informations- sowie Produktionssysteme registrierten mehr als die Hälfte der Unternehmen.

Indes wächst der Markt für IT-Sicherheit von Jahr zu Jahr deutlich. Während die Ausgaben für IT-Sicherheit im Jahr 2020 schätzungsweise 5,7 Milliarden Euro allein in Deutschland betragen haben, sind diese 2022 bereits auf 7,8 Milliarden Euro angestiegen. Im nächsten Jahr sollen dann nochmals rund 0,7 Milliarden hinzukommen.

Ein Grund für den Fachkräftemangel ist der demographische Wandel. Er führt dazu, dass weniger junge Menschen mit den entsprechenden Qualifikationen auf den Arbeitsmarkt kommen, gleichzeitig scheiden ältere Fachkräfte aus den Berufen aus. Der Digitalverband Bitkom empfiehlt die Zuwanderung von qualifizierten IT-Spezialisten grundsätzlich weiter zu erleichtern. Auch weil das innerdeutsche Interesse an Informatik-Studiengängen bereits das zweite Jahr in Folge gesunken ist.

(jle)