Digitale Identität: Wettrennen um Vorherrschaft der digitalen Identitätsprüfung

Im Markt für sichere digitale Identitäten machen private ­Anbieter dem Staat Konkurrenz: Verimi und Yes wollen den ­elektronischen Personalausweis ablösen.

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Von
  • Christian Wölbert
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Wer sich in der analogen Welt ausweisen will, egal ob am Flughafen, bei der Post oder in einer Bank, zückt den Personalausweis oder Reisepass. In der Online-Welt ist die Situation weniger übersichtlich: Immer mehr Anbieter entwickeln Lösungen für das Ausweisen im Netz. Im Rennen ist nicht mehr nur die Bundesregierung mit dem elektronischen Personalausweis. Auch Konsortien aus der Privatwirtschaft bieten digitale Identitätsnachweise.

Zum Beispiel Verimi, ein Joint Venture prominenter Konzerne wie Deutsche Bank, Telekom, Samsung und Volkswagen. "Wir wollen das PayPal der Identität werden", sagt Verimi-Chef Roland Adrian im Gespräch mit c’t. Ähnliches hat auch das Schweizer Start-up Yes vor, das von Sparkassen und Volksbanken unterstützt wird. "Yes kann universell zur digitalen Identifizierung von natürlichen Personen eingesetzt werden", wirbt Technikchef Torsten Lodderstedt. Und noch weitere Akteure wollen mitmischen, darunter zum Beispiel die von RTL, ProSiebenSat.1 und United Internet gegründete NetID-Stiftung.

In dem Rennen geht es nicht nur darum, wie das Ausweisen im Netz künftig technisch abläuft. Sondern auch darum, wer Identitätsdaten wie Name und Adresse von Millionen Menschen kontrolliert. Und um die Frage, wer die Identifizierung von Personen als Dienstleistung verkaufen kann – zum Beispiel an Banken oder Versicherungen, die aus rechtlichen Gründen ihre Kunden genau kennen müssen.

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