Digitale Identität rückt näher: Hype rund um das elektronische Portemonnaie

Self-Sovereign Identitity (SSI) ist in der Praxis umstritten. Ein Überblick über die technischen Grundlagen und die Argumente von Gegnern und Befürwortern.

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(Bild: Thomas Kuhlenbeck)

Von
  • Christian Wölbert
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Ausweis, Führerschein, Impfpass und alle sonstigen denkbaren Nachweise in digitaler Form statt auf Plastikkärtchen und Zetteln, übersichtlich versammelt in einer Wallet-App statt verstreut auf zig Anwendungen und Accounts – das verspricht das Konzept der Self-Sovereign Identity (SSI). Und noch mehr: Die Nachweise bleiben in der Hand der Nutzer statt in den Clouds von Konzernen wie Google oder Facebook. Mit SSI soll der Spagat zwischen Datenschutz und Komfort gelingen.

Weltweit beschäftigen sich immer mehr Regierungen und Unternehmen mit dem Thema – man kann durchaus von einem Hype sprechen. Die EU-Kommission will alle Mitgliedstaaten dazu verpflichten, ihren Bürgern digitale Brieftaschen zur Verfügung zu stellen, in denen Bürger Ausweise mit anderen Nachweisen wie Führerschein, Abschlusszeugnis oder Bankkonto verknüpfen können. Plattformbetreiber wie Google und Facebook sollen verpflichtet werden, diese "EUid" zu akzeptieren. Zwar sprach die EU-Kommission bei der Ankündigung im Juni das Kürzel SSI nicht aus, sie orientiert sich jedoch erkennbar an dem Konzept.

Auch in Deutschland tut sich viel: Das Bundeswirtschaftsministerium fördert seit dem Frühjahr vier "Schaufensterprojekte für sichere digitale Identitäten" mit 50 Millionen Euro. In den Projektkonsortien arbeiten über 100 Firmen, Forschungseinrichtungen und Behörden zusammen, um SSI-Systeme weiterzuentwickeln. Auch die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP will laut Koalitionsvertrag ein "vertrauenswürdiges, allgemein anwendbares Identitätsmanagement" vorantreiben.

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