Digitalisierung: Wie die Veranstaltungsbranche zum Vorreiter wurde

Die Event-Industrie stieg schon auf digitale Technik um, als noch niemand über Digitalisierung diskutierte. Wir schauen uns Licht, Ton und Bühnentechnik an.

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Von
  • Jan Mahn
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Es geht wieder los: Nach über zwei Jahren Zwangspause sind die Veranstaltungskalender wieder voll. Theater- und Konzertfreunde erwartet ein Sommer im Jahr 2022 randvoll mit Angeboten – als wollten die Veranstalter nicht nur die Jahre 2020 und 2021 in einem Sommer nachholen, sondern zur Sicherheit auch gleich das Herbst- und Winterprogramm 2022/23 vorab herunterspielen. Das freut natürlich jene Firmen, die mit der technischen Umsetzung solcher Veranstaltungen ihr Geld verdienen.

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In den letzten Jahren war ihr Geschäft vorwiegend ein anderes: Statt Konzerten in Hallen und unter freiem Himmel bestellten die Kunden reihenweise Online-Events aller Art: Webinare, Verkaufsveranstaltungen, Gesprächsrunden und Konferenzen oder auch gesellige Abende mit Live-Bands. Aber stets für ein Publikum vor dem Rechner, höchstens mal mit ein paar Stuhlreihen vor Ort. Als Anfang 2020 die meisten Büroangestellten noch lernten, mit den Tücken von Bluetooth-Headsets und Webcams umzugehen, erwarteten die Kunden von Veranstaltungsfirmen schon technische Feuerwerke auf dem Level von TV-Shows. Und viele Technikfirmen lieferten prompt, bauten ihre Lager zu Streamingstudios um und arbeiteten sich in Streaming-Hardware sowie die Tücken von YouTube Live, Twitch und Vimeo ein. Von einer Woche auf die andere wandelte sich der Aufgabenbereich einer ganzen Industrie.

Gelingen konnte dieser rasante Wandel nur, weil die Branche schon lange vor Beginn der Pandemie auf Digitaltechnik umgestellt hatte. Lange bevor "Digitalisierung der Industrie" zum politischen Ziel erklärt wurde und zum Inhalt von Festreden geworden war. Und vor allem ganz ohne Extraeinladung in Form von staatlichen Förderprogrammen und Digitalisierungszuschüssen.