Drei einfache Maßnahmen senken das Krebsrisiko im Alter um 61 Prozent

Das Risiko einer Krebserkrankung steigt im Alter. Doch schon einfache Maßnahmen können helfen, das Krebsrisiko bei Menschen über 70 Jahren deutlich zu senken.

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(Bild: antoniodiaz/Shutterstock.com)

Von
  • Jo Schilling

Auch wenn fast täglich neue Erfolge im Kampf gegen Krebs gefeiert werden – das Risiko an Krebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter stark an. In Europa und den USA gilt er als eine der wichtigsten altersbedingten Krankheiten und ist die zweithäufigste Todesursache bei älteren Erwachsenen. Dass ein nachlässiger Lebensstil mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung sowohl das Altern beschleunigt als auch das Krebsrisiko erhöht, zählt inzwischen zu den wissenschaftlich belegten Binsenweisheiten.

Dennoch konzentriert sich die Krebsforschung traditionell eher auf die Behandlung als auf die Prävention. Zum einen sind die Ursachen für Krebserkrankungen sehr diffus. Nur von wenigen Krebsformen sind die Auslöser direkt bekannt, wie etwa vom Lungenkrebs durch Rauchen oder vom Gebärmutterhalskrebs durch eine frühere Infektion mit dem humanen Papillomavirus. Zum anderen waren die Ergebnisse aus Studien, die allgemeine Maßnahmen zur Krebsprävention im Fokus hatten, eher gemischt. Ihre klare Aussage: Nichts Genaues weiß man nicht.

Das Universitätsspital Zürich hat vor zehn Jahren mit DO-HEALTH eine europaweite Altersstudie gestartet, die mit 2.157 gesunden Frauen und Männern über 70 Jahren erforscht hat, was für Auswirkungen die Einnahme von Vitamin D3, Omega-3-Fettsäuren und moderates Krafttraining in den eigenen vier Wänden hat.

Alle drei Elemente standen durch die nur mäßig belastbaren Studien zumindest im Verdacht, den Alterungsprozess bremsen zu können. Die Züricher wollten nun genau wissen, was da dran ist und wie sich eine Kombi aus verschiedenen Maßnahmen auswirkt. Sie haben sich dabei vor allem für die typischen Alterserscheinungen interessiert wie das Knochenbruchrisiko, die Muskel- und Gedächtnisfunktion, die Infektrate, den Blutdruck und natürlich das Krebsrisiko. Dafür haben die Teilnehmenden drei Jahre lang regelmäßig geschluckt und geturnt. Sie waren in acht Gruppen eingeteilt, die entweder alle drei Maßnahmen durchlaufen haben oder nur Teile davon. Bei einigen wurden die Wirkstoffe zudem durch Placebos ersetzt.

Nun hat sich durch die Auswertung der Ergebnisse gezeigt: Wer Ü70 ist und täglich 2.000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D3 und ein Gramm Omega-3-Fettsäuren zu sich nimmt sowie dreimal wöchentlich moderates Krafttraining zu Hause absolviert, hat im Durchschnitt ein um 61 Prozent reduziertes Risiko im Alter an Krebs zu erkranken. Allerdings zeigt auch jede einzelne Maßnahme bereits Wirkung, wenn auch nicht so stark, wie ihre Kombination.

In die Apotheke zu eilen, um sich die Präparate zu besorgen und gleich mit der Krebsprophylaxe zu starten, ist allerdings keine gute Idee: Hochdosiertes Vitamin D3 einzunehmen birgt durchaus Gefahren, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Stellungnahme schreibt. Die Einnahme von hochdosiertem Vitamin D3 wurde in den Anfängen der COVID-19-Pandemie fälschlicherweise als Schutzmaßnahme vor der Infektion propagiert.

Bei normaler, gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung in der Sonne, reicht das Vitamin D3, das wir mit der Nahrung aufnehmen und über die Sonneneinstrahlung auf der Haut selbst herstellen, vollkommen aus. Dass die hohe Dosierung in der DO-HEALTH-Studie deutliche Effekte zeigt, liegt vermutlich daran, dass sich Senioren – besonders in Pflegeheimen – in der Regel einerseits weniger im Freien bewegen und andererseits die körpereigene Vitamin-D3-Produktion mit zunehmendem Alter nachlässt.

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(jsc)