Drogenhandel im Darknet: 150 Festnahmen, 26 Millionen Euro beschlagnahmt

Wie Dominosteine fallen Online-Marktplätze für illegale Waren um, einer erfolgreichen Aktion kann eine weitere folgen, wie nun in der Operation "Dark HunTOR".

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(Bild: Tero Vesalainen / Shutterstock.com)

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Von
  • Andreas Wilkens
  • mit Material der dpa

Internationale Ermittler haben laut Europol in einer Aktion gegen Kriminalität im Darknet 150 Menschen festgenommen, davon 47 in Deutschland. Mehr als 26 Millionen Euro seien beschlagnahmt worden, teilte die europäische Polizeibehörde am Dienstag in Den Haag mit. Insgesamt seien auch noch 234 kg Drogen und 45 Schusswaffen sichergestellt worden. Einige der Verdächtigen werden von Europol als "hochrangige Ziele" eingestuft.

Die von Europol koordinierte Aktion "Dark HunTOR" fand in Australien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland mit dem Bundeskriminalamt, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, Großbritannien und den USA statt. Sie richtete sich gezielt gegen Anbieter und Käufer auf Online-Marktplätzen für illegale Waren im Darknet. Die meisten Personen (65) wurden in den USA festgenommen, gefolgt von Deutschland und Großbritannien (24). Die italienische Polizei schloss auch die Marktplätze "DeepSea" und "Berlusconi", die zusammen über 100.000 Anzeigen für illegale Produkte enthielten.

Zu den während der Aktion "Dark HunTOR" beschlagnahmten Drogen gehörten 152 Kilogramm Amphetamine, 27 Kilogramm Opiate und über 25.000 Ecstasy-Pillen. Im Zuge der Aktion hatte Italien zwei illegale Online-Marktplätze geschlossen mit insgesamt mehr als 100.000 Angeboten illegaler Waren.

"Dark HunTOR" folgte nach Angaben von Europol auf die Schließung des bisher größten illegalen Marktes – "DarkMarket" – Anfang des Jahres in Deutschland. Deutsche Ermittler hatten die Betreiber festgenommen und die illegale Infrastruktur ausgehoben. Dadurch war nach Angaben von Europol eine Fülle an Beweisen gesammelt und weltweit Ermittlern zur Verfügung gestellt worden. In mehreren Ländern dauerten die Ermittlungen noch an, teilte Europol mit.

Jean-Philippe Lecouffe von Europol schilderte gegenüber der französischen Tageszeitung Le Figaro, an den Ermittlungen hätten rund 100 Agenten gearbeitet, darunter Verschlüsselungs- und Kryptowährungsexperten. Die in Operationen wie gegen "DarkMarket" gesammelten Informationen konnten sie um weitere bereichern, die wiederum zu neuen Ermittlungen führen.

(anw)