Drohnen made by Sony

Der Unterhaltungselektronik-Riese hat ein Joint-Venture gegründet, das professionelle Drohnen herstellen soll.

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Der Unterhaltungselektronik-Riese hat ein Joint-Venture gegründet, das professionelle Drohnen herstellen soll.

Sony kennt man vor allem von seinen Smartphones, der Unterhaltungselektronik und diversen anderen Gadgets, doch der japanische Konzern beschäftigt sich schon seit Jahren auch mit Robotik.

So gehörte die Firma mit dem 1999 erstmals auf den Markt gekommenen Roboterhund Aibo zu den Pionieren im Bereich der intelligenten Automaten fürs Heim. Den Aibo gibt es offiziell seit 2006 nicht mehr, doch das Interesse an autonom agierender Technik existiert bei dem Konzern aus Tokio, der vor mittlerweile 69 Jahren gegründet wurde, weiter.

Sony-Laden.

(Bild: Pear285 / Wikipedia / CC0)

In Zusammenarbeit mit dem Robotikspezialisten ZMP will Sony deshalb nun erstmals auch in den Drohnenmarkt einsteigen. Die Mobilabteilung des Unternehmens (Sony Mobile Communications Corporation) gründete dazu extra eine neue Firma namens Aerosense, die zusammen mit ZMP geführt wird.

Das Kapital des gemeinsamen Start-ups liegt bei 100 Million japanischen Yen mit einer entsprechenden Kapitalreserve – doch die Partner dürften noch deutlich mehr investieren. Sony hat mit etwas mehr als 50 Prozent die Mehrheit, ZMP ist mit 49,995 Prozent beteiligt.

An Endkunden sollen sich die ersten Produkte allerdings nicht richten. Stattdessen sind unbemannte Flugobjekte angedacht, die Bilder und Daten für Firmen erfassen – etwa für Mess- und Kartografieanwendungen. Aerosense plant zudem nicht die Vermarktung der Drohnen selbst, sondern verkauft drohnenbasierte Dienstleistungen. Bereits 2016 soll es damit losgehen.

Roboter von ZMP.

(Bild: ZMP)

Im dem Markt sind bereits kleinere Firmen etabliert, die Unternehmen Drohnendaten verkaufen – so etwa Skycatch. Auf Wunsch lassen sich hier regelmäßig Industriegelände, Baustellen oder landwirtschaftliche Betriebe von oben inspizieren. Aerosense will auch mit neuer Auswertungstechnik punkten. So können Kunden die per Drohne erfassten Informationen in Sony-Rechenzentren verarbeiten lassen.

Das erste unbemannte Fluggerät, das Sony und ZMP gemeinsam bauen wollen, ist ein VTOL-Modell, das senkrecht abheben und landen kann (Vertical Take-off and Landing), wie man es auch von anderen Drohnen kennt.

Drohne von ZMP und Sony.

(Bild: ZMP / Sony)

Weder Sony noch ZMP haben im Drohnengeschäft bislang Erfahrungen, doch gibt es Expertise in angrenzenden Bereichen. ZMP bietet Robotikkomponenten an, darunter Bilderkennungssysteme. Zudem ist die Firma mit der sogenannte RoboCar-Technik im Bereich des autonomen Fahrens tätig. Beide Verfahren bieten sich für die Nutzung in unbemannten Fluggeräten an.

Sony erhofft sich von Aerosense auch Kombinationsangebote, bei der die hauseigenen Rechenzentren eingebunden werden. Aerosense solle das Neugeschäft ankurbeln, unter anderem mit dem Fokus auf das Internet der Dinge.

Die Japaner tun es mit ihrer Initiative anderen IT-Konzernen nach, die bislang mit Luftfahrt wenig bis gar nichts zu tun haben: So engagieren sich neben Amazon mit seine Lieferdrohnen auch Google und Facebook in dem Segment. Ob es sich wirtschaftlich lohnt, bleibt abzuwarten. (bsc)