Drohnen sollen Blutproben ins Labor fliegen

In Berlin startet ein Projekt, bei dem unbemannte Fluggeräte in der Medizin helfen. Das soll nicht nur Leben retten, sondern deren Leistungsfähigkeit zeigen.

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Im Anflug: Die pilzförmige Landestation öffnet sich automatisch und gibt eine Landeplattform frei, wenn sich eine Matternet-Drohne nähert. Ladung und Akkus werden automatisch ausgetauscht.

(Bild: Matternet)

Von
  • Christian Buck
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Hektik in der Notaufnahme der Charité. Ein junger Mann leidet an Übelkeit, Schwindel und Atemstörungen. Möglicherweise liegt eine akute Vergiftung vor. Gewissheit kann aber nur die Analyse einer Blutprobe schaffen. Es kommt jetzt auf jede Minute an. Die orangefarbene Box mit dem entnommenen Blut schwebt an Bord einer Drohne über den Berliner Verkehr hinweg – sie wird auf ihrem Weg ins Labor weder von Verkehrsstaus noch von roten Ampeln aufgehalten und legt die Strecke von der Notaufnahme der Klinik zum Zentrallabor der Stadt in etwa einer Viertelstunde zurück. Dort finden Spezialisten in kürzester Zeit heraus, wie die Ärzte dem Patienten am besten helfen können.

Noch ist dieses Szenario Zukunftsmusik, aber möglicherweise nicht mehr lange. Zumindest, wenn es nach dem US-Unternehmen Matternet und Labor Berlin geht: Der Drohnen-Pionier aus Kalifornien und Europas größtes Kliniklaboratorium wollen über der deutschen Hauptstadt ein Logistik-Netzwerk der besonderen Art errichten – das erste seiner Art in der Europäischen Union.

In naher Zukunft sollen unbemannte Fluggeräte medizinische Proben per Luftfracht von verschiedenen Krankenhäusern zum Berliner Zentrallabor im Stadtteil Wedding transportieren. Der Einsatz von Drohnen soll zunächst auf Notfälle beschränkt bleiben – wie etwa die akute Vergiftung aus unserem Beispiel. Drohnen könnten später aber auch für weniger eilige Fracht infrage kommen.

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