Druck Dir Deine Welt

3D-Druck hat eine unüberschaubare Vielfalt von Objekten geschaffen, die auf anderem Wege nicht herstellbar wären. Wir zeigen einige besonders gelungene Beispiele.

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Von
  • Gregor Honsel

3D-Druck hat eine unüberschaubare Vielfalt von Objekten geschaffen, die auf anderem Wege nicht herstellbar wären. Wir zeigen einige besonders gelungene Beispiele.

Wer noch Zweifel daran hat, dass 3D-Druck im Mainstream angekommen ist, der möge sich durch das Angebot von Druck-Dienstleistern wie Shapeways oder Thingiverse klicken. Dort können Profi- und Hobbydesigner ihre eigenen 3D-Modelle einstellen. Wenn ein Nutzer ein solches Objekt bestellt, übernimmt der Plattformbetreiber Herstellung, Versand und Abrechnung. Der Designer erhält ein Honorar, das er selbst festlegen kann.

Software-Schnittstellen ermöglichen es sogar, Gegenstände mit ein paar Klicks im Browser zu personalisieren – etwa einen Ring mit Namenszug zu versehen oder eine Tablet-Hülle mit Firmenlogo. Kunden können zudem meist zwischen verschiedenen Kunststoffen und Metallen in diversen Farben wählen. In einigen Fällen stehen sogar Glas, Keramik oder Gummi zur Auswahl. Die Preise richten sich nach Volumen und Material des gedruckten Objekts und beginnen schon bei wenigen Euro.

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Die Designerin Jessica Rosenkrantz hat einen Abschluss in Biologie und Architektur. Kein Wunder, dass ihre Designs sich an natürlichen Strukturen orientieren. Ihre Formgebung übernimmt ein Algorithmus. Damit erzeugt sie Schmuck, Vasen, Lampen oder Skulpturen. Dieses blau-rote Objekt, das an eine See-Anemone erinnert, ist allerdings lediglich ein Testdruck und erfüllt keinerlei Aufgabe – außer einfach schön zu sein.
(Bild: Jessica Rosekrantz/Nervous System)

Allein bei Shapeways geht die Zahl der möglichen Variationen in die Milliarden. Mehr als eine Million Produkte hat der Dienstleister mit Sitz in den Niederlanden und den USA nach eigenen Angaben bereits ausgeliefert. 10000 unabhängige Designer betreiben innerhalb der Shapeways-Plattform ihre eigenen Shops, 60000 neue 3D-Modelle werden jeden Monat neu hochgeladen.

Die Faszination ist schnell erklärt: Die Technologie bietet jedem die Möglichkeit, ohne Rücksichtnahme auf die geometrischen Beschränkungen etablierter Herstellungsverfahren beliebig geformte Gegenstände herzustellen. Das hat die Kreativität von Gestaltern überall auf der Welt entfesselt. Sie entwickeln Lampen, Schmuck oder Skulpturen, die sich an organischen Formen wie See-Anemonen oder an geometrischen Gebilden wie Polygonen orientieren. Solche komplexen Formen sind mit anderen Herstellungsverfahren gar nicht oder nur äußerst aufwendig zu produzieren. Auch die Industrie nutzt solche geometrischen Freiheiten zunehmend für bionisch inspirierte Leichtbauprodukte.

Daneben finden sich auch recht prosaische Objekte wie Halterungen, Abdeckungen oder Ersatzteile in den Katalogen. Da beim 3D-Druck keine Investitionen in teure Gussformen oder Spritzguss-Werkzeuge anfallen, lohnen sich auch Mini-Stückzahlen für selten benötigte Dinge, die in keinem Ersatzteillager mehr aufzutreiben sind. (grh)