E-Auto: Daimler und Stellantis entwickeln mit Factorial Feststoffzellen

Daimler und Stellantis kooperieren mit dem US-Batteriehersteller Factorial Energy. Man hofft auf eine Erhöhung der Reichweite und kürzere Ladezeiten.

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Dr. Siyu Huang, Mitbegründerin und CEO von Factorial Energy, mit einem Teil der 40-Ampere-Stunden-Festkörperbatterie des Unternehmens.

(Bild: Factorial)

Von
  • Florian Pillau

Die Autokonzerne Daimler und Stellantis kooperieren mit dem US-Batteriehersteller Factorial Energy. Daimler teilte am Dienstag mit, man werde sich an Factorial Energy mit einem "hohen zweistelligen Millionenbetrag in US-Dollar" beteiligen. Die Vereinbarungen enthalten zudem das Recht, einen Vertreter in das Board of Directors von Factorial zu entsenden.

Mit dem neuen Partner wolle man Feststoffbatterien entwickeln, weil sie die größten Aussichten bieten, die E‑Mobilität deutlich weiterzuentwickeln. In ihnen dient festes Material als Elektrolyt, was die Sicherheit und die Energiedichte deutlich erhöhen kann. Letzteres verspricht eine Erhöhung der Reichweite, kürzere Ladezeiten oder beides gleichzeitig, je nach Auslegung.

Der erste Einsatz der Technologie soll innerhalb der nächsten fünf Jahre in kleinen Serien von Mercedes-Benz-Fahrzeugen erprobt werden, heißt es bei Daimler. Factorial Energy hofft, dass "diese Partnerschaften unsere Fähigkeit zur Kommerzialisierung unserer Kerntechnologie beschleunigen", sagte Siyu Huang, CEO von Factorial Energy. Die Technologie von Factorial bietet ein hohes Maß an Drop-In-Kompatibilität mit der bestehenden Infrastruktur zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien. Das soll die Kosten und die Komplexität des Wechsels zu einer anderen Batterietechnologie reduzieren helfen.

Factorial nutzt ein selbstentwickeltes Festelektrolytmaterial mit dem auf Deutsch logisch klingenden Akronym FEST™ (Factorial Electrolyte System Technology), das eine zuverlässige Leistung bei Raumtemperatur ermöglicht. Damit überschritt Factorial Anfang des Jahres als erster Hersteller die 40-Amperestunden-Grenze und bewies damit eine weite Skalierbarkeit seines Elektrolyten.

"Unsere Investition in Factorial und andere hochanerkannte Batteriepartner erhöht die Geschwindigkeit und Agilität, die erforderlich sind, um Spitzentechnologie für unser Elektrofahrzeugportfolio bereitzustellen", sagte Stellantis-Chef Carlos Tavares. Er erhofft sich eine schnellere Markteinführung und einen kostengünstigeren Übergang zur Solid-State-Technologie in seinem Konzern, zu dem unter anderem auch Citroën, Peugeot, Fiat, Jeep und Opel gehören.

Factorial Energy mit Sitz in Woburn, Massachusetts, hat nach eigenem Bekunden zuvor bereits ähnliche Kooperationsvereinbarungen mit Hyundai/Kia abgeschlossen.

(fpi)