E-Auto auf dem Land: Anschluss für die Solarmodule – Teil 3

25 Solarmodule ziehen auf das Dach von TR-Redakteurin Jo Schilling. Dazu wird erst einmal ein Graben gebuddelt.

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E-Auto auf dem Land: Bagger für das Solardach

Der frisch installierte Wechselrichter.

(Bild: Jo Schilling)

Von
  • Jo Schilling

2020, Kalenderwoche 1: Die E-Mail an den Anlagenbauer Herrn B. ist raus, eine Woche später rollt der Bauunternehmer unseres kleinen Dorfes auf den Hof und buddelt unsere Auffahrt auf. Für die Erdarbeiten sind wir selbst zuständig – unser Netzwerk im Ort ist gut, wir kennen für jedes altmodische Gewerk den passenden Kopf und Herr B. kümmert sich nicht gerne um das Gebuddel. Die Furche in der Auffahrt brauchen wir, weil wir die Solaranlage auf zwei Dächer aufteilen müssen und zwischen Haus und Garage ein paar Meter liegen. In den Graben und durch zwei Kernbohrungen in unseren antiken Feldstein-Magerbeton-Wände legen wir einen Kabelkanal. Die Rückenschmerzen kurieren wir aus, während wir auf den Gerüstbauer warten…

E-Auto auf dem Land

(Bild: 

Nissan

)

TR-Redakteurin Jo Schilling wohnt auf dem Land – so richtig "Land". Ein E-Auto scheint sich dort nicht so recht anzubieten, dennoch wagt sie das Experiment. Sie nimmt teil am Forschungsprojekt "i-rEzEPT". Zwei Fraunhofer-Institute, Bosch und Nissan wollen dabei untersuchen, wie gut sich ein Elektroauto als Batteriespeicher für die Solaranlage auf dem heimischen Dach eignet. Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen – von der Installation der Anlage bis zum bidirektionalen Laden.

Kalenderwoche 3: Die Gerüstbauer rücken an, zertrampeln mir nach einer strengen Ansage erstaunlicherweise tatsächlich nicht die Gartenanlage und wuppen die Gerüstbohlen bis auf sieben Meter Höhe bis zur Dachrinne. Bei Windstärke fünf.

In derselben Woche kommt ein Spediteur und liefert ein paar Kisten ab, die locker auf den PKW-Stellplatz auf der Auffahrt passen. Angeblich soll dort die gesamte Solaranlage drin sein. Ich kann es kaum glauben und wir konferieren mit Herrn B. Aber 50 Quadratmeter Solaranlage, beziehungsweise 25 Module von Axitec mit 400Wp pro Modul, passen tatsächlich auf einen Autoparkplatz.

In den Keller zieht gefühlt unser Hauselektriker ein. Er muss einen neuen Sicherungskasten bauen, da die Anlage einen neuen Zähler erfordert. Und das bedeutet: Es gelten die neuen Richtlinien für uns und wir müssen einen Smartmeter-tauglichen Sicherungskasten einbauen. Das tut weh, ist aber nicht zu ändern.

Kalenderwoche 4: Die Dachdecker legen los, immer noch Windstärke vier. Geplant ist ein Tag, letztlich werden es drei, denn auf den Bildern, die wir für die Angebotserstellung gemacht haben, waren einige Feinheiten nicht zusehen, die die Dachdecker zur Verzweiflung treiben. Wir trösten uns damit, dass das Angebot, das wir angenommen haben, ein Pauschalangebot war.

Der Anlagenelektriker kommt, zieht ungefähr einen Kilometer Strippen und verbindet die Panels mit dem Wechselrichter SMA Typ Sunny Tripower 10.0 (siehe Foto oben), der den Gleichstrom den die Solarmodule erzeugen in netztauglichen Wechselstrom umwandelt. Damit ist die "Vergütungstechnische Inbetriebnahme" abgeschlossen und wir können die Anlage bei unserem Stromversorger anmelden.

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Kalenderwoche 5: Da jeden Monat die Einspeisevergütung für Solarstrom sinkt, beeilen wir uns damit und schaffen es tatsächlich zum 31.01.2020. Wir bekommen 9,72 Cent pro Kilowattstunde, die wir einspeisen. Ab Februar wären es nur noch 9,58 Cent gewesen. Diese 9,72 Cent bekommen wir jedoch zunächst nur theoretisch, denn es sollen sechs Wochen vergehen, bis unser Energieversorger den Zähler einbaut.


Wie es weitergeht, lesen Sie am nächsten Dienstag, 12.5., an dieser Stelle.

(jle)