E-Mobilität: Bundesverband eMobilität beruft Sonderkommission zum eTrailer ein​

Neuer Vorstoß zum "eTrailer". Mit einem batterieelektrischen Anhänger sollen Gespanne jeder Art zu einem Hybridfahrzeug werden. Noch fehlt die Rechtsgrundlage.

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eTrailer von ZF

Das Bild zeigt einen eTrailer von ZF mit einer Sattelzugmaschine von DAF

(Bild: ZF)

Von
  • Florian Pillau

In der Hoffnung auf größeren Erfolg bei der neuen Regierung startet der Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) eine neue Initiative zur Zulassung von Anhängern mit eigenem batterieelektrischen Antrieb für den Straßenverkehr, sogenannen eTrailern.

Dazu organisiert der Verband eine Sonderkommission eTrailer mit Personal aus den zuständigen Bundes- und Landesministerien, von Anhänger- und Fahrzeugherstellern, aus der Logistik-, Zuliefer-, Antriebs- und Batterietechnik-Unternehmen, die zu Beginn des neuen Jahres tagen soll. Zuvor ist die Arbeitsgruppe mehrfach am Widerstand zuständiger Behörden gescheitert.

Unter eTrailern fasst der Verband Fahrzeuge zusammen, die meist über eine Ladefläche zur Beförderung von Gütern, jedoch über einen eigenen Antrieb und einen eigenständigen, aufladbaren Energiespeicher verfügen. Es kann sich dabei also auch um einen Auflieger hinter einer Sattelzugmaschine handeln. Hinter Zugfahrzeugen wie Pkw, Lkw, Omnibussen oder Traktoren sollen eTrailer vom eCaravan bis zu Schwerlasttransporten das Gespann elektrisch unterstützen und so die Reichweite erhöhen.

eTrailer sind mit ihrer E-Maschine, einer Batterie und dem zugehörigen Regelsystem in der Lage, beim Bremsen elektrische Energie zurückzugewinnen, die dann für den Antrieb des Fahrzeugs, und im Fall eines eTrailers für den Schwerlastverkehr zum Betreiben elektrischer Hilfsaggregate genutzt werden kann. Damit sollen sie erheblich zur Einsparung klimaschädlicher Abgase beitragen – der BEM sagt: "20 Prozent und mehr". Im Fernverkehr sollen es immerhin noch bis zu zehn Prozent sein, sagt der Zulieferer Wabco, der eigene eTrailer erprobt.

Doch scheitere diese bereits erprobte und technisch überprüfte Teil-Elektrifizierung an einer Zulassung wegen gesetzlicher Inkompatibilität innerhalb der Europäischen Union. Laut der Pressemitteilung des BEM sei die derzeitige Fahrzeugerfassung im Kraftfahrtbundesamt (KBA) nicht ausreichend.

Der BEM möchte mit seiner Sonderkommission einen neuen Anlauf zur Zulassung von eTrailern als Fahrzeugkategorie starten. Als flankierende Maßnahmen zur Förderung der eTrailer wünscht sich der BEM eine Anrechnung der Umweltwirkung auf die Mautabgabe, das eKennzeichen für solche Gespanne und eine Anpassung der Führerscheinklassen bzw. der Fahrzeugpapiere.

Allein diese Aufzählung zeigt schon, dass da einige dicke Bretter zu bohren sein werden. Der BEM führt als Hauptargument die Reduzierung von CO₂ im Schwerlast-Segment ins Feld. Nach seinen Berechnungen müssten bis 2030 über 270.000 batterieelektrische 40-Tonner auf Deutschlands Straßen fahren, um die gesteckten Umweltziele zu erreichen. Ein Ding der Unmöglichkeit ist, wie es Markus Emmert, BEM-Vorstand und Leiter der Sonderkommission ausdrückt.

(fpi)