Elektro-Lastwagen: Produktionsumbauten bei MAN für Hochlauf der E-Lkw-Produktion

Für mehr Beinfreiheit für den erwarteten Produktionshochlauf von E-Lkw im Stammwerk München verlagert MAN Truck & Bus Teile der Fertigung nach Polen.

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MAN E-TGM an der Ladestation

(Bild: MAN)

Von
  • Florian Pillau

MAN Truck & Bus erweitert sein Werk im polnischen Krakau. Der Hersteller investiert in die Erweiterung des Produktionsstandorts rund 130 Millionen Euro. Die Leistungsfähigkeit des Werks soll sich verdreifachen, es soll dann etwa dreimal so viele Mitarbeiter beschäftigen wie bisher. Laut MAN entstehen dadurch an seinem polnischen Standort etwa 1500 zusätzliche Arbeitsplätze. Dann sollen täglich bis zu 300 Fahrzeuge und Fahrerhäuser im Dreischichtbetrieb gefertigt werden.

MAN Produktionsvorstand Michael Kobriger erklärte anlässlich einer symbolischen Grundsteinlegung: "Etwa drei Viertel aller Lkw und Lkw-Fahrerhäuser von MAN werden künftig hier montiert. Zusätzlich aufgebaut wird in Krakau der Bereich ‚Truck Modification‘, in dem wir unsere Lkw individuell an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen".

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Mit der Betriebserweiterung will MAN Platz schaffen für den Aufbau einer Produktion elektrischer Lkw. Im Hauptwerk in München sollen sie in Mischproduktion mit konventionellen Lastwagen gebaut werden. Im Juni 2021 sagte Vorstandschef Andreas Tostmann bei der Eröffnung des MAN-eMobility-Centers in München: "2024 werden wir unseren neuen, schweren E-Truck vorstellen." Die Zeit dränge, denn "die EU verlangt für Lkw über 16 Tonnen bis 2030 eine CO₂-Reduzierung von 30 Prozent im Vergleich zum aktuellen Niveau. Ansonsten drohen massive Strafzahlungen".

Vor einem Jahr hatten Vorstand und Betriebsrat des Nutzfahrzeugherstellers nach monatelangem Streit den Abbau von 3500 Stellen in Deutschland bis Ende 2022 beschlossen. Die Fertigung leichter und mittelschwerer Lastwagen im österreichischen Steyr wird ebenfalls nach Krakau zu verlagert, das Werk ist bereits an einen Investor verkauft. Hintergrund der Schrumpfung von MAN Bus & Truck ist neben der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder durch die E-Mobilität auch die anhaltende wirtschaftliche Schwäche der vergangenen Jahre.

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(fpi)