Elektro-Lkw: Fraunhofer ISI errechnet geeignete Standorte für Ladepunkte

Eine Analyse des Fraunhofer-Instituts ISI für den Autoherstellerverband ACEA soll Regierungen und Betreibern Positionen für neue Lkw-Ladepunkte weisen.

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Die bevorzugten Haltepunkte sind in fünf Regionalkarten dargestellt: Mitteleuropa, Nordeuropa, Südosteuropa, Südeuropa und Westeuropa. Das Bild zeigt eine Übersicht.

(Bild: ACEA)

Von
  • Florian Pillau

Der Verband der europäischen Automobilhersteller ACEA hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) um eine Analyse gebeten, wo die Ladestationen für Elektro-Lkw am besten aufgestellt werden sollten. Der ACEA positioniert sich nämlich klar aufseiten der E-Mobilität im Frachtverkehr. Ihm geht es um Planungssicherheit und einen möglichst schnellen Wechsel zur E-Mobilität, weil sich beides direkt auf die Verkäufe bei den Lkw herstellenden Mitgliedern (DAF Trucks, Daimler Truck, Ford Trucks, Iveco Group, MAN Truck & Bus, Scania, Volkswagen Commercial Vehicles, und Volvo Group) auswirkt.

Fraunhofer-Institut ISI ging in seiner Analyse von der einfachsten Grundannahme aus: Lkw-Betreiber, die auf Elektrofahrzeuge umsteigen, werden ihr Fahrverhalten beibehalten. Damit konnten die Wissenschaftler mithilfe ihrer GPS-Koordinaten von rund 400.000 europaweit im Einsatz befindlichen Lastwagen 12 Monate kartieren, wo die Fahrer Halt machen und welche Autohöfe am häufigsten genutzt werden. Die Analyse ergab, dass etwa 50 Prozent (absolut 78.000) aller Stopps auf 10 Prozent der vom Frachtverkehr am stärksten frequentierten Orte in Europa (über 3000) entfallen.

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Die Karten zeigen laut ACEA genau, wo sich die am häufigsten genutzten Autohöfe befinden, nämlich hauptsächlich auf Rastplätzen entlang von Autobahnen, Firmengeländen, Logistikzentren und Häfen. Darüber hinaus unterscheidet die Analyse die unterschiedlichen Haltezeiten zwischen kurzen Stopps unter einer Stunde und langen Aufenthalten wie Parken über Nacht. Über diese Erkenntnis kann der Ladebedarf bestimmt werden, etwa die für eine vollständige Aufladung erforderliche Zeit und Leistungsabgabe eines Ladepunkts.

Aufgrund dieser Erkenntnisse fordert ACEA die nationalen Regierungen auf, die bestbesuchten 10 Prozent der Autohöfe in 29 europäischen Ländern bis spätestens 2027 mit geeigneten Elektroladegeräten auszustatten.

"Die Marktakzeptanz (der E-Lkw) in den kommenden Jahren wird exponentiell zunehmen, wenn schnell genug Ladestationen in der gesamten EU installiert werden", sagt Martin Lundstedt, Chef der Volvo-Group (Volvos Nutzfahrzeug-Abteilung) und Vorstand für den Bereich Nutzfahrzeuge im ACEA.

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Er macht deutlich, dass Angebot und Nachfrage gleichzeitig geschaffen werden müssen und drückt zugleich den Wunsch nach staatlicher Förderung aus, indem er anbietet, "Regierungen und Interessengruppen aus der Industrie dabei (zu) unterstützen, ihre Investitionen dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten benötigt werden". Denn "angesichts der Tatsache, dass Ladestationen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Lkw zugeschnitten sind, heute fast vollständig fehlen, ist die vor uns liegende Herausforderung groß".

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(fpi)